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Zu berücksichtigende Faktoren für einen gelungenen Transfer eines interaktiven E-Learning-Kurses zwischen Universitäten
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| Veröffentlicht: | 30. Juli 2024 |
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Fragestellung/Zielsetzung: Der Wunsch die eigene Lehre stetig zu verbessern, steht oft im Konflikt mit vorhandenen Ressourcen. Besonders die Entwicklung von qualitativ hochwertigen E-Learning-Kursen ist kostenintensiv und zeitaufwändig. Entsprechend bietet es sich an, Kurse mit anderen Universitäten zu teilen. Wir berichten über den Transfer eines interaktiven E-Learning-Kurses zur Förderung ärztlicher Gesprächsführung. Die E-Learning-Module [1] wurden an der Technischen Universität München entwickelt und an sechs medizinische Institutionen anderer Universitäten transferiert. In der aktuellen Studie untersuchen wir, welche Faktoren den Transferprozess beeinflussen.
Methoden: Für unsere Begleitforschung haben wir semistrukturierte Einzel- und Fokusgruppeninterviews mit 16 Teilnehmenden durchgeführt. Es wurden 25 Interviews mit rund 23 Stunden aufgezeichnet. Die transkribierten Interviews wurden mit Hilfe der reflexiven thematischen Analyse [2] und der Software MAXQDA ausgewertet. Die Evaluation der Transferprozesse erfolgte auf Grundlage des CIPP-Evaluationsmodells [3] und den Aspekten Context, Input, Process und Product. Wir diskutierten die Rahmenbedingungen der angedachten Implementierung (Context), die geplante Implementierung (Input), die laufende und durchgeführte Implementierung (Process), die abgeschlossene Implementierung und die Kursakzeptanz (Product).
Ergebnisse: Im Rahmen unserer Analyse kam der Bedeutung der Zusammenarbeit, des Austauschs und der Unterstützung bei der Implementierung des Kurses eine zentrale Rolle zu. Geäußerte Bedenken betrafen die technische Umsetzung und die begrenzte Verfügbarkeit des IT-Supports. Aus den Interviews konnten die folgenden Faktoren im Zusammenhang mit der Einstellung zum Transfer und der Kursakzeptanz der Lehrenden sowie der Kursakzeptanz der Studierenden extrahiert werden: die Motivation der Lehrenden, die Einführung in den Kurs, die Anpassung an den jeweiligen Bedarf, der interaktive Charakter des Kurses, die Einbettung des Kurses in unterschiedliche Lehrformate sowie der Einfluss dieser Punkte auf die Motivation der Studierenden. Die Diskussionen in den Fokusgruppen trugen zur Verbesserung der Kurse bei. Fünf Institutionen haben den E-Learning-Kurs fest in ihrem Curriculum implementiert.
Diskussion: Um die Qualität der Lehre langfristig und nachhaltig zu sichern, ist der Transfer von E-Learning-Kursen wichtig. Die Umsetzung erfordert die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und die Anpassung der Kurse an die lokalen Bedingungen und Bedürfnisse.
Take Home Message: Der Transfer von E-Learning-Kursen bietet viele Vorteile, entsprechende Kooperationen sollten häufiger initiiert werden. Für einen gelungenen Transfer sollte die Zusammenarbeit zwischen Universitäten unterstützt werden sowie eine adaptierte Einführung in den Kurs und eine Anpassung an den jeweiligen Bedarf möglich sein. Das Teilen von E-Learning-Kursen spart Ressourcen, verbessert die Lehre und hilft so den Patienten.
Literatur
- 1.
- Schick K, Reiser S, Mosene K, Schacht L, Janssen L, Thomm E, Dinkel A, Fleischmann A, Berberat PO, Bauer J, Gartmeier M. How can communicative competence instruction in medical studies be improved through digitalization? GMS J Med Educ. 2020;37(6):Doc57. DOI: 10.3205/zma001350
- 2.
- Braun V, Clarke V. Using thematic analysis in psychology. Qual Res Psychol. 2006;3(2):77-101. DOI: 10.1191/1478088706qp063oa
- 3.
- Stufflebeam DL, Zhang G. The CIPP evaluation model: How to evaluate for improvement and accountability. New York: The Guilford Press; 2017.
