Artikel
Förderung medizinischer Berufsaspirationen von Gymnasiasten durch verschiedene technologiegestützte Lehransätze
Suche in Medline nach
Autoren
| Veröffentlicht: | 30. Juli 2024 |
|---|
Gliederung
Text
Fragestellung/Zielsetzung: Fachkräftemangel in der Medizin ist längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Dies betrifft sowohl den Pflegebereich als auch die ärztliche Versorgung. Vor diesem Hintergrund zielt diese Studie darauf ab, die Effektivität von traditionellen Lehr-Lernmethoden im Vergleich zu modernen, technologieunterstützten Ansätzen wie dem Einsatz von 3D-Druck im Biologieunterricht an Schulen zu evaluieren. Im Fokus steht dabei die Frage, inwiefern diese innovativen Lehrmethoden das medizinische Verständnis schon in jungen Jahren fördern und die Motivation der Schüler*innen für medizinische Themen nachhaltig prägen können. Zudem wird untersucht, inwiefern derart gestalteter Unterricht den späteren Berufswunsch der Schüler*innen in Richtung medizinischer Berufe lenken und somit aktiv zur Minderung des Fachkräftemangels beitragen kann.
Methoden: Schulklassen der Jahrgangsstufen 9 und 10 von drei Gymnasien werden jeweils in zwei Gruppen randomisiert. Eine Gruppe wird über einen Zeitraum von vier Unterrichtsstunden auf konventionelle Weise unterrichtet (Gruppe „K“). Die andere Gruppe erfährt den gleichen Lehrstoff mit Hilfe des Einsatzes technologieunterstützter Hilfsmittel (Gruppe „T“). Die Lehrinterventionen in beiden Gruppen orientieren sich an identischen Lernzielen.
Für die Gruppe „T“ kommen die folgenden innovativen Lehrformate zum Einsatz:
- 1.
- Fallvorstellungen, die mittels 2D-Bildern und 3D-gedruckten Organmodellen basierend auf echten Patientendaten veranschaulicht werden.
- 2.
- Interaktive Gruppenarbeit, bei der die Schüler POL-analog gemeinsam medizinische Problemstellungen erarbeiten und lösen.
Beide Methoden dienen nicht nur der Wissensvermittlung, sondern fördern auch die Teamfähigkeit und das Verständnis für praktische Anwendungen.
Mit Hilfe eines Abschlusstests werden Wissensaufnahme und Verständnis der Schüler bewertet. Derselbe Test wird einige Wochen später wiederholt durchgeführt, um Langzeiteffekte der unterschiedlichen Lehrmethoden beurteilen zu können.
Ergebnisse: Die Studie wird gemäß Absprache mit den Fachlehrern im Zeitraum Februar bis Mai 2024 durchgeführt. Wir erwarten, dass Gruppe „T“ ein tieferes Verständnis und eine höhere Motivation aufweist, da sich dies im Einklang mit unseren Beobachtungen bei Studierenden befindet. Ob das Angebot innovativer technologieunterstützter Lehrmethoden auch das medizinische Verständnis fördern und die Bereitschaft der Schüler erhöht, einen Beruf im Medizinbereich zu ergreifen, wird qualitativ erfasst, da es im Rahmen der Studie nicht gemessen werden kann.
Diskussion: Für den ärztlichen Nachwuchs sind die Förderung des medizinischen Interesses und die frühzeitige Aufklärung über medizinische Berufsbilder von entscheidender Bedeutung. Es kann sich daher als wichtig erweisen, bereits in der Schule ein Verständnis und eine Begeisterung für medizinische Themen zu wecken.
