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Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ)

30.09. - 03.10.2015, Leipzig

Abrechnung zahnmedizinischer Leistungen (AzL) – Eine interaktive Lernanwendung als Grundlage eines longitudinalen Abrechnungscurriculums

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Christian Renardy - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Audiovisuelles Medienzentrum Aachen, Deutschland
  • author presenting/speaker Martin Lemos - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Audiovisuelles Medienzentrum Aachen, Deutschland
  • author Beate Peters - RWTH Aachen, Uniklinik,
  • author Nicole Rafai - RWTH Aachen, Uniklinik, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Aachen, Deutschland

Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ). Leipzig, 30.09.-03.10.2015. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2015. DocV136

doi: 10.3205/15gma018, urn:nbn:de:0183-15gma0182

Veröffentlicht: 31. August 2015

© 2015 Renardy et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung/Einleitung: Im Rahmen des Zahnmedizinstudiums werden Studierende kontinuierlich auf die eigenständige zahnärztliche Behandlung eines Patienten vorbereitet. Trotz dieser praktischen und theoretischen Ausbildung wird abrechnungs-technisches Wissen im Rahmen des Studiums kaum vermittelt. Dadurch können Beratungsfehler, Dokumentationsfehler, unvollständige bzw. fehlerhafte Leistungsabrechnungen entstehen, die sich als falsche oder lückenhafte Abrechnungsprozesse einprägen können. Als Ansatz zur Verbesserung des Lehrangebotes entwickelt das AVMZ in Zusammenarbeit mit den zahnmedizinischen Kliniken des Uniklinikums RWTH Aachen eine interaktive Lernanwendung. Sie soll auf Basis eines Blended Learning Konzepts sowie im Hinblick auf ein longitudinales Abrechnungscurriculum eingesetzt werden und den Themenkomplex Abrechnung zahnmedizinischer Leistungen umfangreich abdecken.

Methoden: Zur intensiven Verzahnung von Theorie und Praxis werden alle Positionen in der Lernanwendung mit zahnärztlichen Hintergrundinformationen ergänzt. Zu den einzelnen Leistungen werden Beispielbilder, Videos der Behandlungen sowie eine Gegenüberstellung der Abrechenbarkeit und Leistungen von BEMA und GOZ angeboten.

Die Lernanwendung ist für einen offenen, explorativen Lernweg konzipiert [1]. Der Lernende gelangt dabei über unterschiedliche Wege zu den Inhalten des BEMA und GOZ-Kataloges. Die Lernanwendung eignet sich sowohl zum Selbststudium als auch für die Unterstützung der Präsenzlehre und soll gleichzeitig das aktive und selbständige Lernen der Studierenden ermöglichen und fördern [1].

Ein wichtiger Teil der Lernanwendung ist die Möglichkeit, erworbenes Wissen anwenden zu können. Es werden dazu Übungen in verschiedenen Komplexitätsstufen (Positionsübungen, Fallbeispiel, Progresstest) angeboten. In den Positionsübungen wird das Wissen zu den einzelnen Leistungen abgefragt. In der nächsten Stufe analysiert der Studierende eine Behandlungssituation und soll diese richtig beurteilen und abrechnen können. Für eine longitudinale Überprüfung des Wissenszuwachs während des Studiums wird ein Abrechnungs-Progresstest durchgeführt.

Um ein erstes Meinungsbild über die Benutzerfreundlichkeit und die Funktionalität der Lernanwendung zu gewinnen, wurde die Lernanwendung evaluiert (n=15).

Ergebnisse: Die ersten Ergebnisse waren sehr positiv. Alle Teilnehmer konnten sich vorstellen mit der Lernanwendung zu lernen (Schulnote Ø 1,3±0,45). Dabei wurden die einfache Bedienbarkeit, die Übersichtlichkeit sowie die gute Strukturierung der Lernanwendung durch thematische Filter besonders hervorgehoben.

Die Funktionalität, wie z.B. die speziell für diese Anwendung entwickelte personalisierte Druckfunktion der Lernanwendung, wurde mit einer Note von Ø 1,1±0,26 bewertet.

Diskussion/Schlussfolgerung: Die Fortführung und Weiterentwicklung des Projektes, auch für den überregionalen, interdisziplinären und interprofessionellen Einsatz, ist vorgesehen. Eine umfassende Evaluation, auch zur Integration ins Aachener zahnärztliche Curriculum, wird angestrebt.


Literatur

1.
Kerres M. Mediendidaktik: Konzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote. Oldenbourg: Wissenschaftsverlag; 2012.