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26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie (FOBI 2018)

24. - 28.07.2018, München

In-vitro Aktivität von Natriumbituminosulfonat gegen Streptokokken

Meeting Abstract

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  • E. A. Idelevich - Universitätsklinikum Münster, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Münster, Deutschland
  • K. Becker - Universitätsklinikum Münster, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Münster, Deutschland

26. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie. München, 24.-28.07.2018. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2018. DocP29

doi: 10.3205/18fobi027, urn:nbn:de:0183-18fobi0278

Veröffentlicht: 16. Juli 2018

© 2018 Idelevich et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Obwohl Natriumbituminosulfonat bereits seit ungefähr einem Jahrhundert für die Behandlung von Hautkrankheiten inklusive Hautinfektionen verwendet wird, lagen bisher nur wenige Daten zur antimikrobiellen Aktivität von Natriumbituminosulfonat vor. Streptokokken sind häufige Erreger von Haut- und Weichgewebeinfektionen. In dieser Studie wurde die antimikrobielle Aktivität von Natriumbituminosulfonat gegen verschiedene Streptokokken-Spezies untersucht.

Methoden: Die in-vitro Aktivität von Natriumbituminosulfonat (ICHTHYOL®-Natrium, hell, ICHTHYOL-Gesellschaft, Hamburg) wurde mittels Bouillon-Mikrodilution untersucht. Die Testkonzentration der Streptokokken-Isolate wurde auf ca. 5x105 KBE/ml eingestellt und durch Ausplattierung der seriellen Verdünnungen und Auszählung der Kolonien nach Übernacht-Bebrütung bestätigt. Die finalen Testkonzentrationen von Natriumbituminosulfonat lagen im Bereich zwischen 0,015 mg/ml und 256 mg/ml unter Einsatz doppelter Verdünnungsschritte. Die Mikrotiterplatten wurden bei 36° C inkubiert und nach 18±2 Stunden visuell abgelesen. Die getestete Streptokokken-Stammsammlung bestand aus folgenden klinischen Stämmen: 12 Streptococcus pyogenes, 12 Streptococcus agalactiae, 12 Streptococcus dysgalactiae, 12 Streptococcus pneumoniae, 12 vergrünende Streptokokken (2 Streptococcus anginosus, 2 Streptococcus intermedius, 2 Streptococcus constellatus, 2 Streptococcus mitis, 2 Streptococcus salivarius, 2 Streptococcus sanguinis). Nur ein Isolat pro Patient wurde eingeschlossen. Der S. pneumoniae-Referenzstamm ATCC 49619 wurde als Kontrolle mitgeführt.

Ergebnisse: Die minimale Hemmkonzentration (MHK)50 und MHK90 bzw. die MHK-Bereiche des Natriumbituminosulfonats betrugen ≤0,015, 0,03 und ≤0,015-0,03 für S. pyogenes; 0,06, 0,125 und ≤0,015-0,125 für S. agalactiae; ≤0,015, ≤0,015 und ≤0,015-≤0,015 für S. dysgalactiae; ≤0,015, ≤0,015 und ≤0,015-≤0,015 für S. pneumoniae; ≤0,015, 0,03 und ≤0,015-0,03 für die Gruppe der vergrünenden Streptokokken. Die MHK für S. pneumoniae Referenzstamm ATCC 49619 betrug ≤0,015 mg/ml bei allen Testungen.

Schlussfolgerung: Natriumbituminosulfonat zeigte eine gute in-vitro Aktivität gegenüber allen getesteten Streptokokken-Isolaten. Damit könnte dieser topisch einzusetzende Wirkstoff eine wirksame Alternative zu den klassischen Antibiotika darstellen.