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Gelingensdeterminanten partizipativer Digitalisierungsprojekte in der Gesundheitsversorgung aus Unternehmensperspektive – eine qualitative Erhebung
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Veröffentlicht: | 27. März 2025 |
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Hintergrund/Fragestellung: Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Gesundheitsversorgung weisen zunehmend einen Schwerpunkt im Bereich der digitalen Transformation auf. Ihre langfristigen Effekte und nachhaltige Implementierung sind häufig formulierte konkrete Zielsetzungen in Förderanträgen, werden jedoch selten erreicht [1]. Die Erhebung geht der Frage nach, welche Faktoren aus Sicht projektbeteiligter Unternehmen die Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Kontext digitaler Wandelprozesse beeinflussen.
Methoden: Es wurden qualitative, leitfadengestützte Einzelinterviews (n=7) mit explorativem Charakter von Juni bis Oktober 2024 durchgeführt. Das Sampling erfolgte im Snowball-Verfahren. Hierbei wurden ausschließlich Personen aus Unternehmen eingeschlossen, die in der operationalen Umsetzung des Projekts aktiv beteiligt sind sowie derzeit als Konsortialpartner in Digitalisierungsprojekten in der Versorgung agieren oder ein Projekt in diesem Bereich unmittelbar abgeschlossen haben. Die Analyse erfolgte durch peer-group gesicherte, mehrfach-iterierenden Auswertungsschleifen mit inhaltsanalytischem Fokus [2].
Ergebnisse: Zur Förderung der jeweiligen Projekt(fort)schritte wünschen sich die Partner aus den Unternehmen vor allem kontinuierliche Austauschformate während des Projektes, in denen unterschiedliche Verständnisdimensionen und entsprechende konstruktive Reaktionen intern besprochen werden können. Hierzu werden konkrete kommunikative Maßnahmen vorgeschlagen: z.B. die Schaffung von „internen FAQ“ oder moderierte Workshops zum Erwartungsmanagement, in denen auf Basis eines gemeinsam vereinbarten Vorgehens u.a. die Erwartungshaltung aller Beteiligten offengelegt und in die Projektplanung integriert wird. Auch die frühzeitige (bereits vor Projektbeginn), transparente und stetige Berücksichtigung der Ressourcen sowie unternehmerischen Zielsetzungen sollten stärker fokussiert werden.
Schlussfolgerung: Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich der digitalen Transformation der Gesundheitsversorgung sollten bereits vor Beginn des Projekts, z.B. während der Projektinitiative, translative Elemente umsetzen. Somit kann eine Basis geschaffen werden, die auf einem für alle Beteiligten stimmiges und gemeinsames Verständnis beruht und eine kontinuierliche Reflexion aller anvisierten Dimensionen in der Projektumsetzung ermöglicht. Hierzu erscheinen partizipative und co-kreative Vorhaben aufgrund ihrer flexiblen und multiperspektivischen Strukturen und Instrumente geeignet.
Interessenkonflikte: Die Autor:innen erklären, dass keine Interessenskonflikte vorliegen.
Literatur
- 1.
- Krick T, Zerth J, Rothgang H, Klawunn R, Walzer S, Kley T. Pflegeinnovationen in der Praxis. Erfahrungen und Empfehlungen aus dem „Cluster der Zukunft der Pflege“. Wiesbaden: Springer Gabler; 2023. DOI: 10.1007/978-3-658-39302-1
- 2.
- Kuckartz U, Rädiker S. Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Umsetzung mit Software und künstlicher Intelligenz. Weinheim: Beltz Juventa; 2024.