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24. Jahrestagung des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e. V.

Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V. (EbM-Netzwerk)

22. - 24.03.2023, Potsdam

DigitHAL HF-Net – Digitales Herzinsuffizienz-Netzwerk in der Region Halle (Saale): eine Living-Lab-Studie zur nutzerzentrierten Entwicklung eines hybriden Versorgungsmodells für Patient:innen mit Herzinsuffizienz

Meeting Abstract

  • Laura Rothmann - Universitätsmedizin Halle, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, AG Versorgungsforschung im Department für Innere Medizin, Halle, Deutschland
  • Madeleine Ritter-Herschbach - Universitätsmedizin Halle, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, AG Versorgungsforschung im Department für Innere Medizin, Halle, Deutschland
  • Patrick Jahn - Universitätsmedizin Halle, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, AG Versorgungsforschung im Department für Innere Medizin, Halle, Deutschland
  • Daniel Sedding - Universitätsmedizin Halle, Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie, internistische Intensivmedizin), Halle, Deutschland

Gesundheit und Klima – EbM für die Zukunft. 24. Jahrestagung des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Potsdam, 22.-24.03.2023. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2023. Doc23ebmV5-01

doi: 10.3205/23ebm021, urn:nbn:de:0183-23ebm0212

Veröffentlicht: 21. März 2023

© 2023 Rothmann et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund/Fragestellung: Die chronische Herzinsuffizienz (cHI) geht bei einer stetig weiter steigenden Prävalenz mit einer hohen Hospitalisierungsrate einher. Der langfristige Einsatz komplexer patientInnenzentrierter Interventionen wird empfohlen, um HI-Symptome Betroffener zu optimieren und HI-Ereignisse zu vermeiden. Telemonitoring kann die Lebensqualität von NutzerInnen verbessern sowie die Hospitalisierungsrate und Mortalität signifikant reduzieren [1].

Zielstellung: Entwicklung eines hybriden komplexen Versorgungsmodells für cHI-PatientInnen, welches von einer hohen NutzerInnen-Adhärenz geprägt ist und den klinischen Leitlinien-Empfehlungen entspricht.

Methoden: DigitHAL ist eine Machbarkeitsstudie im Mixed-Methods-Design, die in fünf Messzeitpunkten die Veränderungen von NutzerInnenakzeptanz (primäres Outcome) und –adhärenz, Gesundheits- und Selbstpflegekompetenz, Lebensqualität, Häufigkeit von Herzinsuffizienz-Ereignissen, Belastbarkeit und prognostischem klinischen Nutzen im Projektverlauf erfasst und evaluiert. Das Versorgungsmodell wird entsprechend des Living-Lab-Ansatzes im alltäglichen Umfeld der NutzerInnen in der sechsmonatigen Testphase erprobt und in mehreren iterativen Zyklen weiterentwickelt [2]. Im Sinne der Co-Kreation und NutzerInnenzentrierung wird zu mehreren Zeitpunkten eine Feedback-Erhebung in Form von Fokusgruppen sowie quantitativen Messungen durchgeführt, um das Versorgungsmodell bedarfsorientiert anzupassen [3].

Ergebnisse: In der Bedarfsanalyse konnten bereits die Relevanz von evidenzbasierten Gesundheitsinformationen und die der nutzerInnen-orientierten Versorgungsstrukturen aus Sicht Betroffener aufgezeigt werden. Aus den gewonnenen Erkenntnissen entstand die erste Version des Versorgungsmodells (Software, digitale Bibliothek inkl. Erklärvideos und PatientInnen-Handbuch, HFN-Betreuung), welche sich aktuell in der klinischen Testphase befindet.

Schlussfolgerung: Die Literatur zeigt verschiedenste Ansätze von Telemonitoring-Angeboten für Herzinsuffizienz-PatientInnen, welche meist ärztlich oder pflegerisch geführt sind und kaum von dem aktiven Einbezug der PatientInnen in die Entwicklung der Versorgungskonzepte geprägt sind. In DigitHAL involviert ein interprofessionelles ExpertInnen-Team die NutzerInnen aktiv in den Entwicklungsprozess des komplexen Versorgungsmodells.

Interessenkonflikte: Herr Prof. Sedding (Studienleitung) ist im wissenschaftlichen Beirat der deutschen Herzstiftung aktiv. Im weiteren Studienteam bestehen aktuell keine Interessenkonflikte. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.


Literatur

1.
Inglis SC, Clark RA, Dierckx R, Prieto-Merino D, Cleland JG. Structured telephone support or non-invasive telemonitoring for patients with heart failure. Cochrane Database Syst Rev. 2015 Oct 31;2015(10):CD007228. DOI: 10.1002/14651858.CD007228.pub3 Externer Link
2.
Meurer J, Erdmann L, von Geibler J, Echternacht L. Arbeitsdefinition und Kategorisierung von Living Labs. Arbeitspapier im Arbeitspaket 1 (AP 1.1.c). im INNOLAB Projekt: "Living Labs in der Green Economy: Realweltliche Innovationsräume für Nutzerintegration und Nachhaltigkeit". Siegen: Universität Siegen Wirtschaftsinformatik und Neue Medien;2015.
3.
Farao J, Malila B, Conrad N, Mutsvangwa T, Rangaka MX, Douglas TS. A user-centred design framework for mHealth. PLoS One. 2020 Aug 19;15(8):e0237910. DOI: 10.1371/journal.pone.0237910 Externer Link