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Neue Grenzwerte zur Beurteilung der Repositionsgüte bei komplexen intraartikulären Fersenbeinfrakturen – Korrelation des Reduction Gradings zum klinischen Outcome
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| Veröffentlicht: | 21. Oktober 2024 |
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Fragestellung: Aufgrund ihrer hohen Komplikationsrate und der oft deutlichen Funktionseinschränkung sind intraartikuläre Fersenbeinfrakturen eine der einschränkensten Verletzungen des Fußes und ihre adäquate Behandlung ist eine Herausforderung in der Versorgung. Beurteilt wurde die Repositionsgüte lange über das Erreichen der Normwerte für den Böhler- und Gisanne-Winkel. Fortschritte in der Bildgebung, v.a. intraoperativ, rücken nun aber zunehmend die verbliebenen Stufen und Spalte in der 3D Bildgebung in den Fokus. Als Grenzwerte wurde hier zuletzt für eine gute Reposition noch ein Spalt von 5mm und für eine akzeptable Reposition von 10 mm angegeben. Es wurde untersucht, ob diese Einteilung mit funktionellen Outcome-Parametern korreliert und wenn nicht, welches Grading-System dies anstelle dessen würde.
Methodik: In diese retrospektive, monozentrische Kohortenstudie wurden 85 Patienten mit intraartikulären Fersenbeinfrakturen eingeschlossen, die seit 2014 eine operative Therapie erhalten haben und Fragebögen über den derzeitigen Gesundheitsstand ausgefüllt hatten. Sowohl das derzeit verwendete Reduction Grading, als auch eine neue Einteilung wurden verwendet und sowohl mit dem Arthrosegrad korreliert (Pearson’s r), als auch in einer linearen Regressionsanalyse mit dem funktionellen Outcome anhand des VAS-Foot and Ankle und dem SF-12.
Ergebnisse: Die Regressionen zeigten einen signifikanten Zusammenhang zwischen Arthrosegrad und dem Outcome anhand des VAS-FA gesamt (p=0,003) und dem Subscore der körperlichen Gesundheit des SF-12 (SF 12 PCS, p<0,001), jedoch nicht der mentalen (p=0,969). Es zeigte sich zwar eine signifikante Korrelation des bisherigen Reduction Gradings zum VAS-FA (p=0,043), jedoch nur tendenziell zum SF-12 PCS (p=0,060) und nicht zum Arthrosegrad (p=0,990, Pearson’s r = -0.002). Mit den neuen Cut-Off Werten zeigte sich in allen drei Aspekten ein signifikanter Zusammenhang (pVAS=0,043; pArthrose=0,041, Pearson’s r = 0,309; pSF12=0,024).
Schlussfolgerung: Es konnte gezeigt werden, dass die derzeit verwendeten Grenzwerte zur Beurteilung der Repositionsgüte zu großzügig erscheinen und in diesem Kollektiv nicht ausreichend mit objektiven klinischen Outcome-Parametern korrelieren. Es wurden mit einer maximal 2 mm bzw. 4 mm verbliebenen Stufe bzw. Spalt engere Grenzwerte für eine gute bzw. akzeptable Reposition gewählt, wodurch sich eine bessere Korrelation des Gradings mit dem klinischen Outcome zeigte. Dieses neue Grading muss nun an einem größeren Kollektiv validiert werden.
