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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2024)

22. - 25.10.2024, Berlin

Intradiskale Eingriffe sind effektiv und führen nicht zu schnellerer Degeneration des punktierten Segmentes – 10-Jahres-Ergebnisse bei 50 Patienten

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Franziska Wohlbold - Sportklinik Klinikum Stuttgart, Stuttgart, Germany
  • Jochen Huth - Sportklinik Klinikum Stuttgart, Stuttgart, Germany
  • Frieder Mauch - Sportheum Fellbach, Fellbach, Germany
  • Andreas Veihelmann - Sportklinik Klinikum Stuttgart, SRH-Gesundheitszentrum Bad Herrenalb, LMU-München, Stuttgart, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2024). Berlin, 22.-25.10.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocAB70-2622

doi: 10.3205/24dkou356, urn:nbn:de:0183-24dkou3568

Veröffentlicht: 21. Oktober 2024

© 2024 Wohlbold et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Intradiskale Verfahren beim diskogenen Schmerz oder Bandscheibenprotrusion mit radikulärem Schmerz werden kontrovers diskutiert. Insbesondere zeigten die Arbeiten von Caragee et al., dass es nach Punktion von Bandscheiben gesunder Probanden zu schnellerer Degeneration der betroffenen Bandscheiben kommt. Wir haben unsere Patienten 10 Jahre nach intradiskalen Eingriffen wie Diskografie, Intradiskale Elektrothermische Therapie und intradiskale Volumenreduktion nachuntersucht.

Methodik: Methodik: 162 Patienten, welche zwischen 2009 und 2013 eine Diskografie oder einen intradiskalen Eingriff hatten wurden gescreent. Vor und ca. 10 Jahre nach dem Eingriff wurde ein MRT der LWS durchgeführt und der Degenerationsgrad der punktierten Bandscheibe mittels Pfirrmann-Klassifikation erfasst und sowohl mit der Bandscheibe vor dem Eingriff als auch mit einer benachbarten nicht-punktierten verglichen. Die Beurteilung nach der Pfirrmann-Klassifikation wurde durch einen erfahrenen MRT-Radiologen und einen Wirbelsäulenchirurgen verblinded vorgenommen und deren Intra- und Interreliabilität bestimmt. Außerdem wurde die numerische Rating-Skala (NRS) und der Oswestry Disability Index (ODI)und der SF-36 10 Jahre nach intradiskalem Eingriff erhoben.

Ergebnisse: 121 Patienten konnten erreicht werden und nach Ein- und Ausschlusskriterien n=50 in die Studie eingeschlossen werden (n=30 wurden an LWS operiert, n=41 konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen). Bezüglich der Intra- und Interindividuelle Reabilität zeigten sich substanzielle Übereinstimmungen. Sowohl die punktierten Bandscheiben als auch die nicht punktierten Bandscheiben zeigten einen signifikanten Degenerationsunterschied im Laufe der 9–10 Jahre an. Die Gesamtheit der nicht-punktierten im Vergleich zu den punktierten Bandscheiben war allerdings nicht signifikant unterschiedlich, somit war keine gesteigerte Degeneration der operierten Bandscheiben nachweisbar. Dies war auch beim intraindividuellen Vergleich der Fall. Auch die Punktionsgröße (17 g bei Diskografie, 22 g beim intradiskalen Eingriff) zeigte keine signifikanten Unterschiede. VAS, ODI und Sf-36 zeigten eine signifikante Besserung noch nach ca. 10 Jahren.

Schlussfolgerung: In unserem Patientengut konnte keine schnellere Degeneration der punktierten Bandscheiben nach 10 Jahren gezeigt werden. Die intradiskalen Verfahren waren sicher und zeigten noch nach 10 Jahren eine signifikante Besserung aller erhobenen Parameter.