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PROMS, MCID, SCB und PASS bei Triple-Osteotomie – signifikant verbesserte Lebensqualität bei Patienten mit Hüftdysplasie
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| Veröffentlicht: | 21. Oktober 2024 |
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Fragestellung: Die Hüftdysplasie ist durch eine unzureichende Entwicklung des Hüftgelenks gekennzeichnet. Die Triple-Osteotomie ermöglicht die verbesserte Überdachung des Femurkopfes. Während in der bisherigen Forschung die Überlebensanalysen des Verfahrens im Fokus standen, sind die Funktionsanalysen nach einer Triple-Osteotomie unzureichend untersucht. Das „International Hip Outcome Tool“ (iHOT33) bietet eine standardisierte Bewertung für Schmerzen, Funktion, sportliche Aktivitäten und Lebensqualität. Ziel dieser Studie ist es, die mittelfristigen klinischen Ergebnisse nach Triple-Osteotomie anhand des iHOT33 zu analysieren, und mögliche demographische Prädiktoren zu ermitteln.
Methodik: Die vorliegende Studie ist eine nicht-randomisierte, nicht-kontrollierte retrospektive Registerstudie, die im Rahmen des Deutschen Knorpelregisters durchgeführt wurde. Sämtliche Patienten (n=48) wurden von demselben Hüftspezialisten aufgrund einer radiologisch gesicherten Hüftdysplasie (präoperativ VCE 16° ± 5°, Tragflächenwinkel 10° ± 5°) mittels der Triple-Osteotomie operiert. Das Nachbehandlungsschema wurde standardisiert. Die Nachuntersuchungsquote zum Zeitpunkt 24 Monate betrug 60,4% mit einer mittleren Nachuntersuchungszeit von 24 Monaten. Zusätzlich zum iHOT33 wurden die subjektive Lebensqualität, die Schmerzen anhand der visuellen Analogskala (VAS), die Zufriedenheit mit der Operation, der wahrgenommene individuelle Behandlungsnutzen und die Arbeitslosenquote erfasst. Alle relevanten Hüftwinkel wurden prä- und postoperativ anhand von radiologischen Standardaufnahmen ermittelt. Zur statistischen Auswertung wurden (gepaarte) t-Tests sowie Regressionsanalysen herangezogen. Ein Signifikanzniveau von p < 0,05 wurde als statistisch signifikant betrachtet.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Der iHOT-33 Gesamtscore betrug präoperativ 46,9 Punkte und stieg nach 24 Monaten auf 70,8 signifikant an (Delta 23,9 Punkte), auch alle Subdomänen des Scores zeigten signifikante Anstiege. In den ersten 6 Monaten postoperativ traten die deutlichsten Verbesserungen mit einem Delta von 15,8 Punkten ein, wobei der Subdomäne „Soziales“ die größten numerischen Unterschiede (Delta 30 Punkte) aufwies. Auch die subjektive Lebensqualität und die VAS waren signifikant gebessert. Nach der Operation waren die radiologisch definierenden Winkel (VCE 31° ± 4°, Tragflächenwinkel 0° ± 3°) im Normbereich. Die durchgeführte Regressionsanalyse ergab keine signifikante Korrelation zwischen der Veränderung der iHOT33-Scores und einer der untersuchten Variablen. Gut fühlten sich nach 24 Monaten (PASS) 79% der Patienten, den minimalen klinischen Unterschied erreichten nach 12 Monaten 50% sowie nach 24 Monaten 67% der Patienten und einen substanziellen klinischen Vorteil mit wünschenswertem funktionellem Status hatten 69% nach 2 Jahren.
Die vorliegende Studie zeigt, dass die Triple-Osteotomie die subjektive Lebensqualität von Patienten mit Hüftdysplasie signifikant verbessert, wobei vor allem die Teilhabe am sozialen Leben profitiert.
