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Umsetzung der GBA-Richtline zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur an einem regionalen Traumazentrum, wo stehen wir?
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| Veröffentlicht: | 21. Oktober 2024 |
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Fragestellung: Die Einführung der Richtlinie zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur durch den Gemeinsamen Bundesausschuss bedeutet für viele Kliniken eine erhebliche organisatorische und logistische Herausforderung. Laut den veröffentlichten „Tragenden Gründen“ ist es das übergeordnetes Ziel dieser Richtlinie, „durch die Einführung von Struktur- und Prozessanforderungen Ursachen für Operationsaufschübe zu beheben, um eine operative Versorgung in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach Aufnahme einer traumabedingten hüftgelenknahen Femurfraktur bzw. nach Sturz im Krankenhaus zu erreichen, sofern der Allgemeinzustand der Patientin oder des Patienten dies zulässt“. In dieser Studie untersuchen wir, ob dieses Ziel unter den Bedingungen eines Regionalen Traumazentrums (RTZ) erreicht werden kann und welche Konsequenzen sich daraus für die Patienten ergeben.
Methodik: Ab der Implementierung der Richtlinie wurden Patienten, für die die Richtlinie gilt, prospektiv erfasst im Hinblick auf die Zeit Tp (h) zwischen Aufnahme und Operation. Ebenso wurden prospektiv Gründe für ein Überschreiten der 24 h-Frist erfasst, des Weiteren die Art der Weiterversorgung. Retrospektiv wurde zusätzlich erhoben, inwieweit die geforderten Scores erfasst worden waren. Im Rahmen dieser Studie wurde ausgewertet, ob und ggfs. warum die 24 h-Grenze überschritten wurde, und inwieweit die Scores erhoben wurden und ob sie einen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Patienten hatten.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: 771 Patienten wurden für die Jahre 2021 bis 2023 eingeschlossen, davon 323 Patientin mit Osteosynthesen bei proximalen Femurfrakturen, 413 Duokopfprothesen und primäre Endoprothesen sowie 35 Revisionen bei periprothetischen Frakturen. Der Median der Tp betrug für die Osteosynthesen für das Jahr 2021 bis 2023 11 h–10 h–8 h. Für die Endoprothesen betrug der Median Tp 15 h–16 h–16 h für die Jahre 2021 bis 2023. 40 h–23–23 h betrug der Median Tp für die periprothetischen Frakturen.
Die Tabelle 1 [Tab. 1] zeigt den Anteil der Versorgungen außerhalb der 24 h-Frist aus medizinischen versus organisatorischen/sonstigen Gründen, die im Verlauf für die organisatorischen Gründe deutlich rückläufig war.
Die beispielhaft untersuchte Dokumentationsdichte für die Scores ISAR und DDS stieg von nahe null in 2021 über 71 in 2022 auf 91 Prozent in 2023 bzw. über 6 auf 55 Prozent.
Die Daten zeigen, dass das vorgegebene Ziel der Richtlinie unter den Bedingungen eines RTZ im Wesentlichen erreichbar ist. Eine damit einhergehende Verbesserung der Mortalität oder Lebensqualität kann anhand unserer Daten bislang nicht belegt werden. Weitere, prospektive Studien sind erforderlich.
