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Mittel- bis langfristige Ergebnisse (FU>60 Mo) nach anatomischer Schulter TEP. Evaluation von Prothesen assoziierten, radiologischen und demografischen Einflussfaktoren auf Standzeit und Revision
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| Veröffentlicht: | 21. Oktober 2024 |
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Fragestellung: Nach Implantation einer anatomischen Schulter TEP lassen sich hinsichtlich Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung bislang gute mittelfristig Ergebnisse erzielen. Kommt es zur Revision, ist der häufigste Grund die Lockerung der glenoidalen oder humeralen Komponente. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss demografischer, Prothesen assoziierter und radiologischer Parameter auf Standzeit und Lockerung zu ermitteln.
Methodik: In eine retrospektiven Fallserie wurden 40 Patienten eingeschlossen, die von 01/2008–12/2015 mit einer anatomische Schulter TEP verorgt wurden. Anhand von Überlebensrate bzw. Revision (nach FU>60 Mo) erfolgte die Einteilung in 2 Gruppen (Gruppe A: Survivor, Gruppe B: Revision). Eine Analyse von radiologischen bzw. Prothesen assoziierter Einflussfaktoren (CSA, Akromiohumeraler Index (AI), Akromiohumerale Distanz (AHD), laterales Offset, Kopfdurchmesser, Glenoiderosion nach Sirveaux, Lévigne und Franceshi, Glenoidmorphologie nach Walch) wurde anhand von prä- und postoperativer Bildgebung durchgeführt. Zudem wurden demografische Daten erhoben und die zugehörigen OP-Berichte retrospektiv ausgewertet. Subgruppen von Gruppe B wurden auf Basis von radiologischen Lockerungszeichen (Osteolyse) erstellt und ebenfalls nach o.b. Vorgehen auf mögliche Einflussfaktoren untersucht.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Nach FU>60 Mo zeigten sich Überlebensraten von 80% (Gruppe A: N=32, Ø Alter 64,5 ± 7,5 J, Ø FU 124 ± 29,3 Mo vs.Gruppe B: N=8, Ø Alter 58,6 ± 5,6 J, Ø FU 104,7 ± 45,2 Mo) bei vergleichbaren demografischen Daten. Die multivariante Analyse konnte bis auf einen erhöhten postoperativen Akromiohumeralen Index (AI) (Gruppe A: 0,67 ± 0,12 vs. Gruppe B: 0,81 ± 0,17; p=0,049) keinen der untersuchten Parameter als Risikofaktor für eine Revision identifizieren (p>0.05). Die Subgruppenanalyse von Gruppe B (Subgruppe BOsteolyse: N=5, Ø Alter 60 ± 4,7 J, Ø FU 124,7 ± 28,1 Mo vs. Subgruppe BOhne Osteolyse: N=3, Ø Alter 56 ± 7,4 J, Ø FU 78 ± 55,3 Mo) erbrachte keinen signifikanten Einfluss (p>0.05) der untersuchten Parameter auf Standzeit bzw. Revision in der untersuchten Kohorte. Patienten, die mit einer anatomischen Schulter TEP versorgt werden, können im mittel- bis langfristigen Nachbeobachtungszeitraum sehr gute Standzeiten und geringe Revisionsraten erwarten. Eine radiologisch nachgewiesene Prothesenlockerung ist nach dieser Zeit häufig, führt jedoch nur in 62,5% zur Revision. Radiologische bzw. Prothesen assoziierte und auch demografische Parameter scheinen keinen wesentlichen Einfluss auf die Standzeit zu haben. In einer weiterführenden Arbeit wird aktuell der Stellenwert des funktionellen Status von Patienten mit nachgewiesener Osteolyse erhoben, um Aussagen über den klinischen Stellenwert von Lockerungszeichen treffen zu können.
