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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2024)

22. - 25.10.2024, Berlin

Unterschiede in Skapulamorphologie und skapulothorakaler Orientierung abhängig von Glenoidform in Patienten mit einer primären Omarthrose

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Isabella Weiß - Charité Berlin, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Berlin, Germany
  • Doruk Akgün - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Germany
  • Paul Siegert - Orthopädisches Spital Speising, Wien, Austria
  • Henry Gebauer - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Germany
  • Alp Paksoy - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Germany
  • Philipp Moroder - Schulthess Klinik, Zürich, Switzerland

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2024). Berlin, 22.-25.10.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocAB22-3454

doi: 10.3205/24dkou062, urn:nbn:de:0183-24dkou0622

Veröffentlicht: 21. Oktober 2024

© 2024 Weiß et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Das Ziel der Studie war eine quantitative Analyse der Unterschiede in Skapulamorphologie, skapulathorakaler Orientierung und der Zugrichtung des „force couple“ der Rotatorenmanschette in Patienten mit einer primären Omarthrose bei Glenoiden vom Walch Typ A, B und C im Vergleich zu gesunden Kontrollen.

Methodik: Patienten mit einer primären Schulterarthrose wurden in diese retrospektive Fall-Kontroll-Studie eingeschlossen. Die Fälle wurden nach ihrer Glenoidmorphologie in der Computertomographie (CT) anhand der modifizierten Walch-Klassifikation in Typ A, B und C eingeteilt und mit einer gesunden Kontrollgruppe in einer Matched-Pair-Analyse (Matching nach Alter, Geschlecht und betroffener Seite) verglichen. Gemessen in den CT-Scans wurden die glenoidale Version, glenohumerale und skapulohumerale Dezentrierung, glenoidales und humerales Offset, Vektoren für die Zugrichtung von Subscapularis- (SSC) und Infraspinatussehnen (ISP) sowie ein Gesamtvektor für die Rotatorenmanschette. In 3D-Rekonstruktionen wurden außerdem die Protraktion, Innenrotation, Aufwärtsrotation, Translation und Tilt der Skapula gemessen.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Insgesamt 59 Schultergelenke von 47 Patienten konnten in diese Studie eingeschlossen werden. Davon wurden nach der modifizierten Walch-Klassifikation 24 als Typ A Glenoide, 30 als Typ B Glenoide und 5 als Typ C Glenoide klassifiziert. In die Kontrollgruppe wurden 59 Schultergelenke von 50 Patienten eingeschlossen. In den untersuchten Kohorten wurden folgende signifikante Unterschiede gefunden: Bei den B Glenoiden fiel ein signifikanter Unterschied zu den Kontrollen bei den Vektoren für die RM gesamt (88,3°±4 vs. 85°±3°; p=0,009), ISP (97°±4° vs. 102°±2°; p<0,001) und SSC (80°±7° vs. 69°±3,8°;p<,001) auf. Patienten mit B Glenoiden wiesen im Vergleich zu den Kontrollen signifikant wenige Innenrotation (41°±6° vs. 45°±4°; p=0,020), Aufwärtsrotation (8°±3° vs. 15°±4°; p=0,000) und Tilt (12°±6° vs. 16°±6°; p=0,032) auf. Glenoide des Typ C wiesen einen Trend zu einem erhöhten anterioren Offset im Vergleich zur Kontrollgruppe und zu Typ A auf, sowie einen signifikanten Unterschied zu Typ B (8±3 mm vs. 4±3 mm; p=0,032).

Der Glenoid Typ A weist in skapulathorakaler Orientierung und Skapulamorphologie kaum Differenzen zu einer gesunden Kontrollgruppe auf. Hingegen zeigen sich in Schultergelenken mit Glenoid Typ B oder C signifikante Unterschiede in der Skapulamorphologie sowie skapulathorakaler Orientierung und Zugrichtung der RM im Vergleich zu Kontrollen.