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Das kritische erste Jahr: Hohe Revisions- und Sterblichkeitsraten innerhalb des ersten Jahres nach nach septischer Knieprothesenrevision – eine Registeranalyse
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| Veröffentlicht: | 21. Oktober 2024 |
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Fragestellung: Die periprothetische Infektion (PJI) ist eine kritische Komplikation von Kniegelenksendoprothesen, die zu einer frühzeitigen Revision und reduzierten funktionellen Ergebnissen führen kann. Dabei steigt der Anteil an Revisionen aufgrund von PJI, während mechanische Komplikationen abnehmen [1]. Diese Studie zielt darauf ab, die Unterschiede zwischen der septischen und aseptischen Knieprothesen-Revision (RTKA) zu vergleichen und die hohe Re-Revisionsrate der septischen RTKA bereits im ersten Jahr aufzuweisen.
Methodik: Diese retrospektive Kohortenstudie basiert auf den Daten des Deutschen Endoprothesenregisters (EPRD) und umfasst 15.372 Fälle von RTKA. Die Studie bewertet die kumulative Inzidenz der Re-Revisionsrate und die Sterblichkeitsrate nach sowohl septischen als auch aseptischen RTKA über einen Zeitraum von sieben Jahren. Kaplan-Meier-Schätzungen werden verwendet, um die Re-Revisionsraten und die kumulative Wahrscheinlichkeit der Mortalität nach Revisions-TKA zu bestimmen.
Ergebnisse und Schlussfolgerung: Für septische RTKA treten 80% der Re-Revisionen bereits innerhalb des ersten Jahres auf. Die Re-Revisionsrate innerhalb des ersten Jahres nach septischer RTKA liegt bei 22%, nach sieben Jahren bei 29%. Die kumulativen Mortalitätsraten nach einem Jahr und sieben Jahren wurden mit 5% bzw. 29% erfasst. Im Vergleich dazu hatten aseptische Revisions-TKA niedrigere Re-Revisionsraten (7% im ersten Jahr, 18% nach sieben Jahren) und Mortalitätsraten (2% im ersten Jahr, 16% nach sieben Jahren). Bei Fällen mit mehreren vorherigen Knieprothesen-Revisionen zeigt die septische RTKA eine enorm hohe Re-Revisionsrate von über 47% und eine Mortalitätsrate von 30% innerhalb des siebenjährigen Beobachtungsintervalls.
Die Registerstudie zeigt Re-Revisionsraten bei septischen RTKA, die ausgewählte Ergebnisse aus spezialisierten Zentren um ein Vielfaches übersteigen [2], [3]. Die septische RTKA eine dreifach höhere Re-Revisionsrate innerhalb des ersten Jahres und eine doppelt so hohe Mortalitätsrate im Vergleich zu der aseptischen RTKA. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Optimierung perioperativer Verfahren, insbesondere innerhalb des ersten postoperativen Jahres, sowie der Bildung von Zentren zur Behandlung periprothetischer Infekte um die mit der septischen RTKA verbundenen massiven Mortalitäts- sowie Re-Revisionsraten zu reduzieren.
Literatur
- 1.
- Thiele K, Perka C, Matziolis G, Mayr HO, Sostheim M, Hube R. Current failure mechanisms after knee arthroplasty have changed: polyethylene wear is less common in revision surgery. J Bone Joint Surg Am. 2015 May 6;97(9):715-20. DOI: 10.2106/JBJS.M.01534
- 2.
- Winkler T, Stuhlert MGW, Lieb E, Müller M, von Roth P, Preininger B, Trampuz A, Perka CF. Outcome of short versus long interval in two-stage exchange for periprosthetic joint infection: a prospective cohort study. Arch Orthop Trauma Surg. 2019 Mar;139(3):295-303. DOI: 10.1007/s00402-018-3052-4
- 3.
- Halder AM, Gehrke T, Günster C, Heller KD, Leicht H, Malzahn J, Niethard FU, Schräder P, Zacher J, Jeschke E. Low Hospital Volume Increases Re-Revision Rate Following Aseptic Revision Total Knee Arthroplasty: An Analysis of 23,644 Cases. J Arthroplasty. 2020 Apr;35(4):1054-9. DOI: 10.1016/j.arth.2019.11.045
