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Ergebnisse der laparoskopischen Sigmaresektion bei komplizierter Divertikulitis
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Veröffentlicht: | 1. Oktober 2007 |
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Einleitung: Die chirurgische Resektion für die rezidivierende und komplizierte Divertikulitis ist die Therapie der Wahl. Das laparoskopische Verfahren ist für die unkomplizierte Divertikulitis akzeptiert, wohingegen es bei komplizierter Divertikulitis nicht generell empfohlen wird. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Ergebnisse der laparoskopischen Sigmaresektion bei komplizierter Divertikulitis hinsichtlich intraoperativem Verlauf, Konversionsrate, Morbidität und Krankenhausaufenthalt mit der rezidivierenden Divertikulitis zu vergleichen.
Material und Methoden: Zwischen 09/2002 und 01/2006 wurde das laparoskopische Verfahren allen Patienten im Hinchey I und II Stadium sowie allen Patienten mit rezidivierender Divertikulitis angeboten. Patienten mit generalisierter Peritonitis (Hinchey III und IV) wurden vom laparoskopischen Vorgehen ausgeschlossen. Alle Resektionen wurden mit vier Trokaren unter Verwendung der Ultraschalldissektion und mit Stapleranastomose von zwei erfahrenen Operateuren durchgeführt. OP-Zeit, Blutverlust, Konversionsrate, Komplikationen und stationäre Aufenthaltsdauer wurden einer Intention-to-treat-Analyse unterzogen. Die Ergebnisse wurden prospektiv dokumentiert und retrospektiv ausgewertet. Die statische Analyse erfolgte mit dem t-Test und Fisher´s Exakt Test (p< 0,05).
Ergebnisse: Es wurden insgesamt 127 laparoskopische Colonresektionen durchgeführt, 58 davon bei Divertikulitis. Bei 32 (55%) Patienten bestand eine rezidivierende, bei 26 (45%) eine komplizierte Divertikulitis (Hinchey I: n=10, Hinchey II a: n=7). Bei 8 Patienten bestand eine Sigma-Blasen-Fistel, eine Patientin litt an einer sigmoido-vaginalen Fistel. Drei Abszesse wurden präoperativ mit einer interventionellen Drainage behandelt. Operationszeit, Blutverlust und stationärer Aufenthalt in der Gruppe der komplizierten Divertikulitis waren signifikant länger. Keine Unterschiede dagegen zeigten sich hinsichtlich Konversionsrate, operativen Revisionen oder Anastomoseninsuffizienzen. Insgesamt wurde in 5 Fällen konvertiert: Es handelte sich um Staplerprobleme (n=1), Blutung aus dem Mesenterium (n=1), und Stagnation der Operation wegen Verwachsungen (n=3) in der Gruppe der komplizierten Divertikulitis. In der Gruppe der rezivierenden Divertikulitis musste ein Patient wegen einer Anastomoseninsuffizienz revidiert werden und erhielt ein Stoma. In der Gruppe der komplizierten Divertikultis wurden drei Patienten revidiert: ein Patient wegen einer Nachblutung aus der Abszessmembran bei derangierter Gerinnung, ein anderer wegen einer Dünndarmstrangulation und ein dritter wegen einer Kolonperforation an der rechten Flexur, die mit Übernähung und Drainage versorgt wurde. Tabelle 1 [Tab. 1]
Schlussfolgerung: Laparoskopische Sigmaresektionen sind nicht zwangsläufig auf chronisch-rezidivierende Divertikulitiden begrenzt, sondern können auch bei der komplizierten Divertikulitis sicher durchgeführt werden, wenngleich OP-Dauer und stationärer Aufenthalt die Komplexität der Eingriffe reflektieren.