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58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

26.09. - 28.09.2024, Würzburg

Patientenberichtete Faktoren der Einweisung in eine universitäre zentrale Notaufnahme aus einer angrenzenden primärärztlichen Notfallpraxis – eine querschnittliche Beobachtungsstudie

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Johanna Bobardt-Hartshorn - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • Katharina Schmalstieg-Bahr - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • Penelope-Sophie Peters - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • Martin Scherer - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • Jan Hendrik Oltrogge-Abiry - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. 58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Würzburg, 26.-28.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocV-26-01

doi: 10.3205/24degam139, urn:nbn:de:0183-24degam1396

Veröffentlicht: 23. September 2024

© 2024 Bobardt-Hartshorn et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Es konnte gezeigt werden, dass die Integration von Notfallpraxen (NFP) und Notaufnahmen Einweisungen in die Notaufnahme reduzieren. Prästationäre Triage-Systeme für niedrig-dringliche Fälle fehlen jedoch, und welche anamnestischen Faktoren prädiktiv für Einweisungen von der Notfallpraxis in die Notaufnahme sind, ist unklar.

Fragestellung: Ziel dieser Studie war die Identifikation prädiktiver patientenberichteter Faktoren für die Einweisung in die Notaufnahme aus der Notfallpraxis.

Methoden: Querschnittliche Beobachtungsstudie November 2019 – Februar 2020 in einer NFP, die der Notaufnahme des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf angegliedert ist. Dabei wurden Reasons for encounter (RFEs) und Diagnosen gemäß der International Classification of primary Care 2nd edition (ICPC2) und die Dringlichkeit der Behandlung erfasst. Mittels logistischer Regression wurden adjustierte Odds-Ratios (aOR) berechnet, die mit einer Einweisung in die Notaufnahme korrelierten.

Ergebnisse: Insgesamt nahmen 2.833 Patienten an der Studie teil. RFE, die mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Notaufnahmeeinweisung assoziiert waren: Trauma (aOR 2,96; 95%CI: 1,43–6,12), Augensymptome (aOR 2,63; 95%CI:1,46–4,73), Bauchschmerzen (aOR 2,32;1,82–3,80), Dauer des Gesundheitsproblems >4 Tage (aOR 0,73;95% CI: 0. 56–0,96), Typ-2-Diabetes (aOR 2,09; 95%CI:1,11–3,95), neurologische Symptome (aOR 2,33; 95%CI:1,34–4,05), höhere subjektive Behandlungsdringlichkeit (aOR 1,46;95%CI:1,13–1,89). Folgende Faktoren verringerten die Wahrscheinlichkeit einer Einweisung: Atemwegssymptome (aOR 0,61; 95%CI:0,39–0,96), Rücken-/Nackensymptome (aOR 0,56; 95%CI:0,33–0,93) und Harnwegssymptome (aOR 0,17; 95%CI:0,05–0,56).

Diskussion: Es konnten zehn Faktoren identifiziert werden, die die Wahrscheinlichkeit einer Notaufnahmeeinweisung aus der NFP signifikant beeinflussten. Trotz der Einschränkungen durch ein Querschnittsdesign und potenziellen Verzerrungen durch selbstberichtete Patientenangaben könnten unsere Ergebnisse einen Beitrag zur Verbesserung der Patientenflüsse zwischen Notaufnahme und angrenzender NFP liefern.

Take Home Message für die Praxis: Es gibt patientenberichtete Faktoren, die einen signifikanten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit der Weiterleitung aus einer NFP in eine Notaufnahme haben und im Rahmen der Anmeldung an einer NFP vom Personal erfragt werden könnten.