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Süddeutsche Tage der Kinder- und Jugendmedizin München

04.05. - 06.05.2012, München

Vorausschauende Patientenedukation in der Basis-Pädiatrie: Gesundheitliche Chancengleichheit mittels frühkindlicher Bildung

Meeting Abstract

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  • S. Mottl-Link - Fachbereich Gesundheit, Kinder- und jugendärztlicher Dienst, Mannheim, Germany

Süddeutsche Tage der Kinder- und Jugendmedizin. 61. Jahrestagung der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Süddeutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie und dem Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte – Landesverband Bayern. München, 04.-06.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12sgkjP36

DOI: 10.3205/12sgkj76, URN: urn:nbn:de:0183-12sgkj764

Published: April 11, 2012

© 2012 Mottl-Link.
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Fragestellung: Zur Erreichung gesundheitlicher Chancengleichheit stellt sich die Frage nach einem Medium, das potentiellen Patienten nicht nur Verhaltensleitlinien für die häufigsten Symptome vermittelt, sondern bei der pädiatrischen Zielgruppe eine Akzeptanz findet.

Methodik: Aus präventiven Ratgeberinhalten wurden Verhaltensstrategien bei den häufigsten allgemeinpädiatrischen Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen, Husten, Schnupfen, Fieber, Ohrenschmerzen usw. ausgewählt. Als Motivationsmotoren zur Beschäftigung mit komplexen Lerninhalten vor allem zur frühkindlichen Bildung wurden „Spaß“ und „Spannung“ gewählt. Als Methodik zur Erreichung des „Spaßfaktors“ wurde das „Clown-Prinzip“ basierend auf „Weiß-Clown contra dummer August“ verwendet. Der „mythischen Heldenkreis“ diente zur Erzielung der nötigen „Spannung“.

Ergebnis: Aus der Kombination von ernsthaften, präventiven Themen und lustiger und spannender Aufbereitung resultierten die zwölf Vorlesegeschichten „Frau Doktor hat einen Vogel“ für Kinder ab 4 Jahren, die inklusive Hausmittelrezepten und Arztnotizen im Bildungsverlag eins erschienen sind.

Erste Lesungen vor Kindergarten- und Grundschulkindern zeigten, dass die Texte von den Kindern als „lustig und spaßig“ empfunden werden, woraus eine enorme Lern-Motivation resultiert. Durch den Spannungsbogen, der sich über die zwölf Geschichten hinweg entwickelt, wird die Konzentration der Kinder bis zum Schluss gewährleistet. Eine nachhaltige Abrufbarkeit der Lerninhalte wurde durch eingängige Reime erreicht.

Schlussfolgerung: Die lustige und spannende Aufbereitung von Handlungsstrategien zur Krankheitsbewältigung hat das Potential, u.a. durch den Wissenstransfer z.B. aus Bildungseinrichtungen in die Familien wesentlich zur gesundheitlichen Chancengleichheit beizutragen. Eine Verringerung des Aufsuchens pädiatrischer Notaufnahmen bzw. ärztlicher Bereitschaftsdienste bei Bagatellsymptomatik und ein Anstieg der adäquaten Inanspruchnahme bei lebensbedrohlichen Situationen könnte die wünschenswerte Folge sein.