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173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

04.02. - 05.02.2011, Münster

Stellenwert der Superselektiven Arteria Ophthalmica Chemotherapie mit Melphalan beim Retinoblastom

Meeting Abstract

  • M. Holdt - Essen
  • M. Schlamann - Essen
  • S. Göricke - Essen
  • R. Wieland - Essen
  • A. Eggert - Essen
  • E. Biewald - Essen
  • M. Freistühler - Essen
  • N. Bornfeld - Essen

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Münster, 04.-05.02.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rwa25

DOI: 10.3205/11rwa25, URN: urn:nbn:de:0183-11rwa256

Published: February 2, 2011

© 2011 Holdt et al.
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Hintergrund: Die Erkrankung Retinoblastom erfordert je nach Stadium und Lateralität diverse therapeutische Ansätze wie Laser-, Kryokoagulation, Brachytherapie mittels Applikator, Perkutane Radiatio, systemische Polychemotherapie oder auch die Enukleation. Aktuell wird die superselektive Chemotherapie über die Arteria ophthalmica nach Punktion der Arteria femoralis als ein innovative therapeutische Alternative kontrovers diskutiert.

Methoden: Wir berichten über unsere Erfahrungen von 7 geplanten Interventionen bei 6 Patienten. Wir geben einen Überblick bei welchem Befund aus unserer Sicht diese Behandlung indiziert ist.

Ergebnisse: Von den 7 geplanten konnten 4 Interventionen erfolgreich mit je 3mg Melphalan durchgeführt werden. Bei 3 Patienten erfolgte dies bisher einmal, bei einem Patienten zweimal. Aus anatomischen Gründen war es bei 3 Patienten nicht möglich. Die behandelten Tumore zeigen bislang eine gute Regression. Die Nebenwirkungen beschränken sich bisher auf passagere Effekte wie Neutropenie, Lidödeme, supraorbitale Hautrötung und begrenzten Wimpernverlust.

Schlussfolgerungen: Die Superselektive Arteria Ophthalmica Chemotherapie mit Melphalan stellt einen vielversprechenden Ansatz dar. Langfristiger Nutzen und Risiken können aktuell nicht beurteilt werden. Dieses Verfahren stellt in begrenztem Umfang eine wichtige Alternative dar:

1.
Bei bilateralem Retinoblastom mit Rezidiven nach etablierten bulbuserhaltenden Verfahren wie perkutaner Radiatio oder systemischer Polychemotherapie ist es zur Vermeidung der Enukleation gerechtfertigt.
2.
Bei unilateralem Retinoblastom in einem niedrig bis mittlerem Stadium, bei dem eine Laser-, Kälte- oder Brachytherapie nicht ausreicht, kann zum Bulbus- und Funktionserhalt anstelle einer systemischen Chemoreduktion mit ergänzender fokaler Therapie dieses Verfahren als eine womöglich schonendere Alternative diskutiert werden.