gms | German Medical Science

83. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte

Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte

06.11.2010, Ludwigshafen

Vergleich einer frühen vs. späten Therapie mit Bevacizumab bei Makulaödem nach Zentralvenenverschluss (ZVV)

Meeting Abstract

  • Natalia Betz - Ludwigshafen, Deutschland
  • Fabian Höhn - Ludwigshafen, Deutschland
  • Isolde Dinkel - Ludwigshafen, Deutschland
  • Carolin Müller - Ludwigshafen, Deutschland
  • Lars-Olof Hattenbach - Ludwigshafen, Deutschland

Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte. 83. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte. Ludwigshafen, 06.-06.11.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rma20

DOI: 10.3205/10rma20, URN: urn:nbn:de:0183-10rma203

Published: November 4, 2010

© 2010 Betz et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Hintergrund: Zahlreiche Studien weisen auf eine therapeutische Wirksamkeit des VEGF-Inhibitors Bevacizumab bei der Behandlung eines Makulaödems nach Zentralvenenverschluss (ZVV) hin. Unsere Fragestellung war, ob ein früher Beginn der Injektionstherapie einen Einfluss auf die Visusprognose hat.

Methode: Untersucht wurden 30 Patienten mit ZVV. 14 Patienten erhielten die erste Injektion mit Avastin (Bevacizumab 1,25 mg) ≤90 Tage nach Symptombeginn, 16 Patienten >90 Tage. Die mittlere Injektionshäufigkeit lag bei 3 Injektionen (Min. 1, Max. 9) in 4-wöchigen Abständen. Die mittlere Nachbeobachtungszeit lag bei 6 Monaten (Min. 3, Max. 12 Monate). Zusätzlich wurde eine Subgruppenanalyse bei Injektionsbeginn ≤30 Tage und >30 Tage durchgeführt.

Ergebnisse: Der Vergleich der Gruppen mit der Erstinjektion ≤90 vs. >90 Tage ergab einen Visusanstieg um >3 logMAR-Stufen bei 35,7% vs. 43,7% und eine Makuladickenabnahme um >100 µm von 60% vs. 71,4%. Die Subgruppenanalyse ergab einen Visusanstieg um >3 logMAR-Stufen bei 37,5% der Patienten in der ≤30 Tage-Gruppe, sowie bei 40,9% in der >30 Tage-Gruppe. Eine Abnahme der Makuladicke um >100 µm war in beiden Gruppen zu beobachten (60% vs. 68,4%). Bei 3 Patienten wurden im Beobachtungszeitraum Neovaskularisationen und bei 5 Patienten ein Sekundärglaukom beobachtet. Alle diese Patienten erhielten die Erstinjektion nach >30 Tagen nach Symptombeginn.

Schlussfolgerung: Eine frühe Therapie (≤30 Tage) mit Bevacizumab bei ZVV zeigt im Vergleich zur späten Therapie (>30 Tage) keinen Unterschied im Hinblick auf die Visusentwicklung. Die Auswirkung auf die Entwicklung eines Sekundärglaukoms sollte noch in weiterführenden Studien und einem größeren Patientenkollektiv untersucht werden.