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83. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte

Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte

06.11.2010, Ludwigshafen

Der Femtosekundenlaser – eine neue Ära der Chirurgie am vorderen Augenabschnitt

Meeting Abstract

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  • Walter Sekundo - Marburg, Deutschland

Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte. 83. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte. Ludwigshafen, 06.-06.11.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rma12

DOI: 10.3205/10rma12, URN: urn:nbn:de:0183-10rma124

Published: November 4, 2010

© 2010 Sekundo.
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Hintergrund: In den letzten zehn Jahren hat der Femtosekundenlaser Schritt für Schritt den Einzug in die Chirurgie des vorderen Augenabschnittes vollzogen. Den meisten Ophthalmologen ist er als sogenanntes Laser-Keratom bei der Lasik-Operation bekannt. In einem solchen Falle wird die OP als Femto-Lasik bezeichnet. Die Vorteile liegen vor allem in der Präzision des Flap-Schnittes. Dies führte logischerweise zu dünneren und planaren Flaps und erhöhte damit die Sicherheit des Verfahrens.

Ein weiterer Meilenstein war die Nutzung des Femtosekundenlasers für dreidimensionale Schnitte und damit zum alleinigen Vollzug einer hornhaut-refraktiven Operation ohne Excimerlaser. Dieses Verfahren heißt Refraktive Lentikel-Extraktion (ReLEx) und kann sowohl durch einen flapartigen Schnitt (FLEx) als auch über eine Miniinzision (SMILE) durchgeführt werden. Insbesondere die SMILE-OP dürfte zu einer Verbesserung der Hornhautstabilität nach dem Eingriff beitragen.

Erst kürzlich wurde ein neues Verfahren zur Presbyopiekorrektur (Intracor) zugelassen, bei dem überhaupt kein Schnitt erzeugt wird, sondern eine gezielte Verformung der Hornhaut durch periphere Lasereinschüsse zu einer Refraktionsänderung führt.

Im Bereich der perforierenden Keratoplastik scheint ein Femtoschnitt dem herkömmlichen Trepan überlegen zu sein, wenngleich der günstige Einfluss eher auf die Wundstärke als auf die Astigmatismusreduktion zu verzeichnen ist.

Die neuste Entwicklung ist die Nutzung des Femtosekundenlasers für die Katarakt-Chirurgie: Hier können nicht nur die Hornhautschnitte, sondern auch eine perfekte Kapsulorhexis und eine Erweichung des Linsenmaterials vollzogen werden. Besonders interessant erscheint in diesem Zusammenhang die Kopplung des Lasers mit einem OCT. Noch in dem Entwicklungsstadium befindet sich der intralentikulärer Einsatz des Femtosekundenlasers zur Presbyopiekorrektur. Die ersten Versuche sind vielversprechend. Valide klinische Daten an einer vertretbaren Anzahl humaner Augen sind zum Zeitpunkt der Abstrakterstellung nicht veröffentlicht worden.

Schlussfolgerung: Der Femtosekundenlaser entwickelt sich langsam aber stetig zu einem versatilen Präzisionstool in der Hornhaut- und Linsenchirurgie. Weitere Indikationen werden zweifelsohne folgen.