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1st Symposium of Information and Communication Technologies in Emergency Medicine

12.06. - 13.06.2012, Rauischholzhausen

Lehren aus einer Rettungsdienstübung mit mehr als 500 Betroffenen

Lessons learned from an MCI 500 exercise

Kongressbeitrag

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1. Symposium ICT in der Notfallmedizin. Rauischholzhausen, 12.-13.06.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12notit07

DOI: 10.3205/12notit07, URN: urn:nbn:de:0183-12notit070

Published: June 11, 2012

© 2012 Latasch et al.
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Outline

Abstract

Objectives: In the framework of a national research project called SOGRO, funded by the German government, we run a full scale exercise with 550 casualties on Frankfurt aiport. The goal was the evaluation of medical disaster management supported by electronic triage.

Methods: The exercise was run in real time. According to triage category, the proportional distribution of the 550 casualties were 100 red, 150 yellow and 300 green. All patient from the triage category red and yellow were transferred to the 16 hospitals in Frankfurt. No medical treatment was initiated inside the hospitals. Once the patients reached the hospital, the triage results from the field were compared to the electronic results send in long time before the patient reached the hospital. At the scene of the accident, main goal was to get a complete overview as fast as possible and to transfer these data’s to dispatch center, hospitals, fire brigade, health authorities and police. Medical treatment according to the attached status, was not deemed as necessary, triage was done by 15 paramedics equipped with a PDA and RFID wristbands.

Results: The electronic triage shortened the triage time, so that it took only 37 min. to get a complete overview of the scene. The first patient category red was transported after 42 min., 2.5 hours after the start all 250 patients (red and yellow) had reached the hospitals. Because of the enormous amount of patients arriving at the evacuation area, it was very difficult to stay on top at all time.

Conclusion: Electronic triaging is absolutely capable of shortening the triage time and if done correctly reduces mistakes in choosing the right triage category. Hosted on the internet all …players receive necessary and updated information in a very early state which has not been the case before.


Text

1. Einleitung

Im Rahmen eines Bundesforschungsprojektes namens SOGRO wurde eine Rettungsdienstübung mit 550 Verletztendarstellern, auf der damals noch geschlossenen Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens durchgeführt. Das Ziel dieser Übung war die Evaluierung der Abarbeitung mit Hilfe von elektronischer Triagierung.

2. Methoden

Entsprechend den Vorgaben des START-Systems erfolgte eine Einteilung der 550 Verletztendarsteller in Triagekategorien und zwar 100 Rote, 150 Gelbe und 300 Grüne. Jedem Darsteller wurde eine Mimenkarte umgehängt auf der das Verletzungsmuster zu lesen war und entsprechende Daten vom RA zu erheben waren. Da die Daten der Darsteller immer normal waren, wurde diese dahin gehend instruiert, nach Nennung einzelner Vitaldaten, dem RA entweder diese zu bestätigen oder ihm einen pathologischen vorzugeben. Eine medizinische Behandlung vor Ort, war aus Übungsgründen nicht vorgesehen.

Die Statisten wurden positioniert, der Alarm ertönte (Flugzeugcrash), die Übung wurde mit Auslösung des Crashes in Realzeit durchgeführt. Die externen Einheiten standen zwar im Sammelraum bereit wurden jedoch entsprechend Ihrer Anfahrtszeit nach Frankfurt, verzögert (entsprechend der Anfahrtszeit) ins „Rennen“ geschickt.

Alle Patienten der Triagekategorie Rot und Gelb wurden auch unter Realbedingungen (Hin- und Rückfahrt des RTW mit Sondersignal) in die 16 Krankenhäuser der Stadt Frankfurt am Main transportiert. Beim Eintreffen des Patienten wurden die ursprünglichen Triage Ergebnisse überprüft. Da es primär um die elektronische Triage ging, wurde bei dieser Übung keine weitere medizinische Versorgung in den Krankenhäusern durchgeführt.

Das Augenmerk am Schadensort lag auf dem Tempo bei der Erstellung des Lagebildes und der Informationsweitergaben an Leitstelle, Krankenhäuser, Feuerwehr und Rettungsdienst, Polizei und die Gesundheitsbehörde. Die Triagierung selbst erfolgte durch 15 Rettungsassistenten ausgerüstet mit PDA und RFID-Triagebändern.

3. Ergebnisse

Die elektronische Triagierung verkürzt einerseits den Triagevorgang, und bietet allen Beteiligten sofort! ein nur sekundenverzögertes Lagebild. Nach 37 Minuten bestand eine komplette Übersicht der Verletztenanzahl und deren Verletztengrad. Der erste Patient der Kategorie Rot befand sich bereits 42 Minuten nach Eintritt des Ereignisses auf dem Weg in die Klinik. Alle zu transportierenden Patienten (250) waren nach 2,5 Stunden in den Kliniken angekommen. Die extrem schnell ansteigende Anzahl an Patienten im Bereich der Patientenablage führte wegen teilweisen Überblicksverlust zu Problemen bei der Priorisierung beim Abtransport.

4. Diskussion und Ausblick

Mit Hilfe der elektronischen Triagierung gelingt es, die Triagezeit deutlich zu verringern. Hierbei kommt es aber darauf an, das beim Einsatz eines PDA's streng die Programmabläufe eingehalten werden. Die Internetverfügbarkeit der Gesamtübersicht ermöglicht es beteiligten wie der Leitstelle, den Krankenhäuser, der Feuerwehr und dem Rettungsdienst, Polizei und die Gesundheitsbehörde in einem frühen Stadium zur Verfügung zu stellen. Dies war bisher nicht möglich.

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass sie keinen Interessenkonflikt haben.