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60. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (NDGKJ)

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.

13.05. - 15.05.2011, Braunschweig

In vitro-Empfindlichkeit von Staphylococcus aureus und β-hämolysierenden Streptokokken von Hautinfektionen aus dem ambulanten Bereich gegenüber Mupirocin und Fusidinsäure – Update 2010

Meeting Abstract

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  • U. Bührlen - Bakteriologie, Labor Enders Stuttgart

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. 60. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Braunschweig, 13.-15.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ndgkjPO-29

DOI: 10.3205/11ndgkj32, URN: urn:nbn:de:0183-11ndgkj322

Published: May 2, 2011

© 2011 Bührlen.
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Zielsetzung: Mupirocin wird seit 8 Jahren zur topischen kalkulierten Therapie von Hautinfektionen in Deutschland eingesetzt, wohingegen Fusidinsäure für dieses Indikationsgebiet bereits seit Jahrzehnten erhältlich ist. Nach 2004 und 2007 sollten erneut aktuelle Resistenzprofile der beiden Antibiotika gegenüber den Haupterregern S. aureus und Streptococcus ssp. erhoben und mit den früheren Daten verglichen werden.

Methoden: Es wurden 150 Isolate von Staphylococcus aureus sowie 75 Isolate von β-hämolysierenden Streptokokken der Gruppen A, B, C, F und G aus dem niedergelassenen Bereich in Deutschland gegenüber Mupirocin und Fusidinsäure getestet. Diese stammten von jeweils unterschiedlichen Patienten mit Hautinfektionen. Der Isolateanteil von Kindern bis 12 Jahre betrug dabei 44%. Die Empfindlichkeit gegenüber den Antibiotika wurde mittels E-Teststreifen nach Herstellerangaben ermittelt. Für die Beurteilung waren folgende Richtwerte maßgeblich: siehe Tabelle 1 [Tab. 1].

Ergebnisse: Alle getesteten Staphylokokken-Isolate waren Oxacillin-sensibel. Einer von 150 S. aureus-Stämmen wurden von Mupirocin nicht erfasst, alle Streptokokken waren gegenüber Mupirocin vollständig sensibel. 13,3% aller Staphylokokken waren gegenüber Fusidinsäure resistent, 0,7% lagen im intermediären Bereich. Der Anteil der resistenten Staphylokokken-Stämme nimmt zu Ungunsten der intermediär sensiblen Erreger zu. Alle Streptokokken waren Fusidinsäure-resistent.

Die Ergebnisse der Jahre 2004, 2007 und 2010 im Überblick: siehe Tabelle 2 [Tab. 2].

Schlussfolgerungen: Im ambulanten Bereich werden weiterhin keine Resistenzen gegenüber Mupirocin bei Staphylokokken (MSSA) beobachtet. Da Mupirocin auch Streptokokken vollständig erfasst, stellt die topische Anwendung von Mupirocin zur kalkulierten Therapie von kleinflächigen Hautinfektionen auch zukünftig eine wirksame therapeutische Option dar.

Dagegen ist der Einsatz von Fusidinsäure aufgrund der abnehmenden Staphylokokkensensibilität und einer generellen Streptokokkenresistenz zunehmend kritisch zu bewerten.