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10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010)

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie,
Deutsche AIDS-Gesellschaft,
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit,
Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie

23.06. - 26.06.2010, Köln

Hepatitis B-Replikation induziert die gesteigerte Expression von profibrotischen Faktoren in hepatischen Sternzellen

Increased expression of profibrogenic factors in hepatic stellate cells induced by hepatitis B replication

Meeting Abstract

  • M. Demir - Universität zu Köln, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Köln, Germany
  • S. Schulte - Universität zu Köln, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Köln, Germany
  • B. Jakob - Universität zu Köln, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Köln, Germany
  • G. Suckau - Universität zu Köln, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Köln, Germany
  • T. Goeser - Universität zu Köln, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Köln, Germany
  • U. Töx - Universität zu Köln, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Köln, Germany
  • H.-M. Steffen - Universität zu Köln, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Köln, Germany

10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010). Köln, 23.-26.06.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. DocP107

DOI: 10.3205/10kit162, URN: urn:nbn:de:0183-10kit1624

Published: June 2, 2010

© 2010 Demir et al.
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Hintergrund & Ziele: Die Mechanismen durch die das Hepatitis B Virus (HBV) eine Leberfibrose induziert sind weitgehend unklar. Unser Ziel war es, das profibrotische Potential der HBV Replikation auf hepatische Sternzellen (HSC) als Haupteffektorzellen der hepatischen Fibrogenese zu untersuchen.

Methoden: HBV-replizierende HepG2.2.15-Zellen und Mock-transfizierte HepG2-Zellen (Kontrolle) wurden 7 und 14 Tage lang kultiviert. Die HBV-Replikation wurde über die quantitative Bestimmung der HBV-DNA in den Überständen kontrolliert. Nachfolgend wurden LX-2-Zellen (Zelllinie von humanen HSC) mit den Überständen aus der Kultur der HepG2.2.15- und Hep G2-Zellen ebenfalls 7 und 14 Tage inkubiert. Die Expression von fibroseassoziierten Genen in LX-2-Zellen wurde mittels qPCR bestimmt. Zusätzlich wurde die Sekretion von TGF-β, dem bedeutendsten profibrotischen Zytokin, mittels ELISA bestimmt.

Ergebnisse: LX-2-Zellen, welche mit den Überständen aus der Kultur der HepG2.2.15-Zellen inkubiert wurden, zeigten eine erhöhte Expression von Schlüsselgenen der hepatischen Fibrogenese in einer eindeutig profibrotischen Weise: es zeigte sich eine 25-fache Hochregulation der mRNA-Levels von Matrix Metalloproteinase-13, eine 17-fache des Angiotensin II Rezeptors (Typ 1), eine 5-fache von Collagen I α 1, eine 3,5-fache von Connective Tissue Growth Factor, eine 3-fache von Endothelin-1, eine 4-fache von α-Smooth Muscle Actin, eine 5-fache von Tissue Inhibitor of Metalloproteinase-1 und eine 6-fache von TGF-β1, mit steigenden mRNA-Levels von Tag 7 zu Tag 14, im Vergleich zu den LX-2 welche mit den Überständen der Kontrolle (Mock) inkubiert wurden. Die TGF-ß1-Bioaktivität war in den Überständen der HepG2.2.15-Zellen im Vergleich zu den Überständen der HepG2-Zellen (Kontrolle) deutlich gesteigert, ebenfalls mit einer steigenden Tendenz von Tag 7 zu Tag 14.

Schlussfolgerung: Die HBV Replikation induziert die profibrotische Aktivierung von hepatischen Sternzellen in vitro. Die HBV-induzierte Leberfibrose könnte durch eine direkte Interaktion von HBV-Proteinen oder Viruspartikeln und hepatischen Sternzellen verursacht sein.