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10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010)

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie,
Deutsche AIDS-Gesellschaft,
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit,
Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie

23.06. - 26.06.2010, Köln

Charakterisierung von stationär behandelten Patienten mit der Neuen Influenza A (H1N1/09) am Universitätsklinikum Düsseldorf

Characterisation of inpatients infected with the new influenza a (H1N1/09) treated at the university hospital Düsseldorf

Meeting Abstract

  • R. Winzer - Universitätsklinik Düsseldorf, Klink für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Germany
  • S. Reuter - Universitätsklinik Düsseldorf, Klink für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Germany
  • J. Oh - Klinik für Allgemeine Pädiatrie der Universitätsklinik Düsseldorf, Germany
  • E. Mayatepek - Klinik für Allgemeine Pädiatrie der Universitätsklinik Düsseldorf, Germany
  • D. Kindgen-Milles - Klinik für Anaesthesiologie der Universitätsklinik Düsseldorf, Germany
  • D. Häussinger - Universitätsklinik Düsseldorf, Klink für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Germany

10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010). Köln, 23.-26.06.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. DocINF 20-4

DOI: 10.3205/10kit042, URN: urn:nbn:de:0183-10kit0426

Published: June 2, 2010

© 2010 Winzer et al.
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Am 20.05.09 wurden die ersten Patienten mit Nachweis der Neuen Influenza A (H1N1/09) stationär in unserer Klinik behandelt. Insgesamt wurden bislang 3.835 Menschen mittels PCR eines tiefen Nasenabstriches auf H1N1/09 untersucht, wovon 620 Personen (16,1%) positiv getestet wurden. 212 Patienten wurden stationär behandelt (Median: 19 Jahre). Während die Infektionen in der Initialphase (bis 40. KW) vorwiegend im Ausland – vorwiegend Spanien – erworben wurden und insbesondere Personen zwischen 15 und 25 Jahre betrafen (Median: 21 Jahre) handelte es sich in der nachfolgenden Zeit (ab 40. KW) vorwiegend um Patienten mit autochthon erworbenen Infektionen. Hierbei lag das mediane Erkrankungsalter bei 14 Jahren. Zu Beginn der Pandemie wurden zunächst alle positiv getesteten Patienten aus seuchenhygienischen Gesichtspunkten unter Quarantäne gestellt (n=60). Im weiteren Verlauf (ab KW 30) wurden aufgrund der stark ansteigenden Zahlen an Infizierten nur noch selektierte Patienten stationär aufgenommen (152/212), bei denen entweder eine häusliche Quarantäne nicht möglich war (59/152) oder die Schwere der Erkrankung eine stationäre Aufnahme erforderlich machte (93/152). Bei 96/212 Patienten (45%) lagen relevante Grunderkrankungen oder andere Risikofaktoren vor. Trotz eines möglichen Bias der Daten aufgrund geänderter Diagnose- und Diagnostikkriterien (24.08.09) und der geänderten Meldeverordnung (13.11.09), zeigten sich in der Phase überwiegend autochthoner Übertragungen schwerere Krankheitsbilder als in der Initialphase. Während im Sommer kein Patient intensivmedizinisch behandelt werden musste, benötigten in der autochthonen Übertragungsphase 9 von 82 Patienten (11%) eine intensivmedizinische Versorgung (hiervon 2 Kinder (3 und 13 Jahre) und 7 Erwachsene (Median: 44 Jahre)); 4 Patienten verstarben und bei 8 Patienten lag mindestens ein Risikofaktor für einen schweren Erkrankungsverlauf vor. Bei 24/82 Patienten konnte eine bakterielle Begleitinfektion, davon 18 Pneumonien, nachgewiesen werden. Ca. 10% der Patienten wiesen erhöhte Transaminasen auf.

Auch wenn es sich bei der neuen Influenza A (H1N1/09) im Sommer 2009 um ein eher mildes Krankheitsgeschehen handelte, mussten während einer für Deutschland unüblichen Grippesaison (10/09–01/10) vermehrt Patienten mit Influenza stationär behandelt werden, teils mit schwerer respiratorischer Symptomatik. Während dieser Zeit mussten 11% der stationären Fälle (9/82) intensivmedizinisch versorgt werden, wovon 4 verstarben.