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10. Symposium Health Technology Assessment

Deutsche Agentur für HTA des DIMDI – DAHTA

18.03. - 19.03.2010, Köln

Problemkreis Hypertonie und Typ-2-Diabetes

Meeting Abstract

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  • Klaus Parhofer - Medizinische Klinik II – Grosshadern, Universitätsklinikum München

10. Symposium Health Technology Assessment. Köln, 18.-19.03.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hta17

DOI: 10.3205/10hta17, URN: urn:nbn:de:0183-10hta175

Published: March 16, 2010

© 2010 Parhofer.
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Abstract

Die Prävalenz des Diabetes mellitus Typ 2 nimmt weltweit kontinuierlich zu. Hierfür ist im Wesentlichen unser Lebensstil (Überernährung und mangelnde Bewegung) verantwortlich. In Deutschland sind derzeit ca. 8% der erwachsenen Bevölkerung davon betroffen.

Als Folgeerkrankungen können eine Nephropathie, eine Retinopathie, eine Polyneuropathie, ein diabetisches Fußsyndrom sowie Atheroskleroseerkrankungen auftreten. Der Diabetes mellitus ist in Deutschland die häufigste Ursache für eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz und für die Erblindung. Diabetiker haben gegenüber Nicht-Diabetikern ein ca. 2-4-fach erhöhtes Risiko für Atheroskleroseereignisse, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Ca. 75% der Diabetiker sterben an einer Herz-Kreislauferkrankung.

Lange Zeit wurde in der Behandlung der Diabetiker sehr stark auf die Blutzuckereinstellung fokussiert. Neuere Daten zeigen, dass sich über eine gute Blutzuckereinstellung zwar mikrovaskuläre Komplikationen reduzieren, bzw. verhindern lassen, dass dies jedoch nicht ausreicht um die Atheroskleroserate zu reduzieren. Vielmehr scheint hierfür vor allem eine gute Lipid- und Blutdruckeinstellung notwendig. Inzwischen konnte im Rahmen der STENO-2 Studie gezeigt werden, dass durch einen multimodalen Ansatz die mikrovaskuären Komplikationen, die makrovaskulären Folgeerkrankungen und die Gesamtmortalität reduziert werden können.

Für die Behandlung spielen Lebensstilmaßnahmen eine überragende Rolle. Medikamentöse Therapie der ersten Wahl für die Blutzuckereinstellung ist Metformin. Reicht dieses nicht aus, um den Zielwert (HbA1c <6,5%) zu erreichen, kann mit einem zweiten oralen Antidiabetikum, bzw. mit Insulin kombiniert werden. Für die Blutdruckeinstellung werden Medikamente bevorzugt, die in das Renin-Angiotensin-System eingreifen, da zahlreiche Studien gezeigt haben, dass über diesen Mechanismus die Nephropathierate reduziert werden kann. Bei vielen Patienten reicht dies jedoch nicht aus, um den Zielblutdruck (<130/80 mmHg) zu erreichen. In diesem Fall wird heutzutage meist eine Kombination mit einem Diuretikum oder einem Kalziumantagonisten durchgeführt. Bezüglich der Lipidsenkung sollte primär ein LDL-Cholesterinwert von <100 mg/dl angestrebt werden. Hierzu ist meist der Einsatz eines Statins notwendig. Ob bei Diabetikern ohne nachgewiesene Atheroskleroseerkrankung ein Thrombozytenaggregationshemmer eingesetzt werden soll, ist umstritten, da eine kürzlich durchgeführte Metaanalyse keinen klaren Benefit zeigen konnte.

Zusammenfassend sollte beim Typ 2 Diabetiker eine gute Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Lipiden erfolgen, um mikro- und makrovaskuläre Komplikationen zu vermeiden. Ein Hauptaugenmerk muss aber weiterhin auf der Prävention des Typ 2 Diabetes liegen, wobei hier Lebensstilmaßnahmen eine zentrale Rolle spielen.