gms | German Medical Science

82nd Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Ungewöhnliche Spät-Metastasierung eines Mamma-Karzinoms im Kopf-Halsbereich

Meeting Abstract

  • corresponding author Peggy Lange - Universität Giessen, Giessen
  • Claudia Pötzl - HNO-Universitätsklinik Giessen, Giessen
  • Frank Driever - Pathologie der Universität Giessen, Giessen
  • Jens Peter Klußmann - HNO-Universitätsklinik Giessen, Giessen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod204

DOI: 10.3205/11hnod204, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod2048

Published: April 19, 2011

© 2011 Lange et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Tumoren der großen Speicheldrüsen stellen in der histopathologischen Diagnostik eine Herausforderung dar. Wir präsentieren die ungewöhnliche Diagnose einer intraparotidealen Metastase eines Mamma-Karzinoms. Im Falle einer Metastasierung in die Glandula parotis liegt der Primärtumor nur in Ausnahmefällen infraclavikulär.

Es stellte sich eine 65 jährige Patientin mit seit einigen Wochen progredienter Gesichtsnervlähmung rechts bei Z.n. Mamma-Karzinom vor 7 Jahren vor. Die sonographisch inhomogene unscharf begrenzte Raumforderung der Glandula parotis, ergab zytologisch den Verdacht auf ein Adenokarzinom.

Es erfolgte eine radikale Parotidektomie mit partieller Resektion des Nervus facialis und Nervenrekonstruktion mittels Interponat, sowie Implantation eines Goldgewichtes. Histopathologisch zeigte sich ein Adenokarzinom ohne Nachweis von Hormonrezeptoren. Nach Vergleich mit den Präparaten des niedrig differenzierten invasiv-duktalen Mammakarzinoms ist bei starker Überexpression von HER-2-neu von einer Metastase des Mamma-Karzinoms auszugehen.

Die histopathologische Differenzierung von primären Speicheldrüsentumoren ist schwierig. Im vorliegenden Fall zeigte sich zusätzlich die Differenzierung zwischen speicheldrüseneigenem Tumor und Metastase eines Mamma-Karzinoms als pathologische Herausforderung. Bei anamnestisch bekannter systemischer Krebserkrankung ist somit, wenn auch eine Rarität, zusätzlich an eine Absiedlung infraclavikulär gelegener Tumoren zu denken. Die Bestimmung von Hormonrezeptoren und HER-2-neu kann zur exakten Diagnosestellung beitragen.