gms | German Medical Science

81st Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Untersuchung der Wahrnehmungs- und Schmerzschwelle an verschiedenen Orten der menschlichen Nasenschleimhaut bei Gesunden und Patienten

Meeting Abstract

  • corresponding author Mandy Scheibe - HNO-Uniklinik, Dresden, Deutschland
  • Annika Schmidt - HNO, Dresden, Deutschland
  • Thomas Zahnert - HNO, Dresden, Deutschland
  • Thomas Hummel - HNO, Dresden, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod629

DOI: 10.3205/10hnod629, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod6299

Published: April 22, 2010

© 2010 Scheibe et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: Bisherige Untersuchungen deuten auf eine unterschiedliche trigeminale Chemosensorik in der menschlichen Nasenschleimhaut hin, mit einer besonders hohen Ausprägung im Bereich des Naseneingangs. Ziel der vorliegenden Studie war es zu untersuchen, ob verschiedene Nasenschleimhautareale auf unspezifische elektrische Reize unterschiedlich reagieren und ob hierbei Unterschiede bei Gesunden und Patienten vorliegen.

Methoden: An der Untersuchung beteiligten sich 50 Probanden und 10 Patienten mit Polyposis nasi vor einer Nasennebenhöhlenoperation. Die Wahrnehmungs- und Schmerzschwelle der Probanden und Patienten für trigeminale Reizung wurde an 5 Arealen in der Nase untersucht: vorderes Septum, hinteres Septum, untere Muschel, mittlere Muschel und seitliche Wand. Dazu wurden mittels einer Kugelelektrode Reize in aufsteigender Intensität über die Wahrnehmungsschwelle bis hin zur Schmerzschwelle appliziert.

Ergebnisse: Bei den Probanden zeigte sich eine signifikant höhere trigeminale Sensibilität im vorderen Nasenbereich im Vergleich zu den hinteren Nasenanteilen. Dabei fand sich ein ähnliches Verteilungsmuster der Wahrnehmungs- und der Schmerzschwelle. Bei den Patienten zeigte sich interessanterweise eine höhere Wahrnehmungsschwelle im Vergleich zu den Probanden.

Schlussfolgerung: Bei Gesunden sind die trigeminalen Rezeptoren wahrscheinlich ungleichmäßig über die Nasenschleimhaut verteilt, wobei sich eine hohe Dichte am ehesten im Naseneingangsbereich findet. Der Grund hierfür könnte in der Schutzfunktion vor toxischen Stoffen liegen. Bei Patienten mit chronischer Rhinosinusitis scheint die Sensibilität der Nasenschleimhaut abzunehmen, was möglicherweise auch zu dem Gefühl einer „verstopften Nase“ beiträgt.