gms | German Medical Science

81st Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Der Septumabszess bzw. Subduralabszess nach kindlichem Bagatelltrauma der Nase

Meeting Abstract

Search Medline for

  • corresponding author Sven Lück - Charité Universitätsmedizin Berlin, CBF, Berlin, Deutschland
  • Katharina Stölzel - Charité Universitätsmedizin Berlin, CBF, Berlin, Deutschland
  • Sergije Jovanovic - Charité Universitätsmedizin Berlin, CBF, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod614

DOI: 10.3205/10hnod614, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod6141

Published: April 22, 2010

© 2010 Lück et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Einleitung: Nasentraumen können Septumhämatome verursachen, die, wenn nicht rechtzeitig diagnostiziert und konsequent behandelt werden, zu Septumabszessen führen können. Intrakranielle Komplikationen werden in der Literatur selten beschrieben.

Kasuistik: Ein 7-jähriges Kind klagte bei Infekt über seit einer Woche bestehende frontale Cephalgien. Drei Wochen zuvor kam es zum Bagatellunfall mit Nasenprellung. Einige Tage später trat eine Nasenatmungsbehinderung mit Druckdolenz der Nase auf. Bei Fieber, cerebralen Krämpfen und Wesensänderung, wurde die Patientin mit V.a. auf Meningitis stationär aufgenommen. Im MRT zeigten sich ein frontaler epiduraler Abszess und eine Pansinusitis. Es folgte die neurochirurgische Entlastung, sowie eine Sanierung der Nasennebenhöhlen. Intraoperativ wurde das massiv ballonierte Septums eröffnet, es entleerte sich Pus und der Knorpel war aufgebraucht. Trotz Antibiotikatherapie blieb der Zustand der Patientin kritisch. Am 2. Tag postoperativ trat eine deutliche Schwellung der Stirn und des gesamten Gesichts auf. Ein erneutes MRT zeigte einen frontoparietalen subduralen Abszess und eine Thrombose des Sinus sagittalis superior. Zudem trat eine linksseitige Armparese auf. Nach erneuter Entlastung trat die klinische Besserung ein, die Exploration der Nase war unauffällig. Die Armheberparese war rückläufig, cerebrale Krämpfe traten nicht mehr auf.

Diskussion: Obwohl kindliche Nasentraumen oft auftreten, bleiben Septumhämatome gelegentlich unentdeckt bis zum Auftreten von Komplikationen. Die intrakranielle Fortleitung eines Nasenabzesses kann zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen. In der Literatur gibt es dazu wenige Studien. Bei Nasentrauma sollten im Intervall durchgeführte klinische Kontrollen stattfinden.