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80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Genexpression und subzelluläre Lokalisation von hBD-1 in Neoplasien der Mundhöhle und der Speicheldrüsen

Meeting Abstract

  • corresponding author Annette Pantelis - Klinik & Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde/Chirurgie, Bonn
  • Matthias Wenghoefer - Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, Bonn
  • Werner Götz - Poliklinik für Kieferorthopädie, Bonn
  • Søren Jepsen - Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde, Bonn
  • Jochen Winter - Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde, Bonn
  • Friedrich Bootz - Klinik & Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde/Chirurgie, Bonn

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod440

DOI: 10.3205/09hnod440, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod4404

Published: April 17, 2009

© 2009 Pantelis et al.
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Text

Einleitung: Humane ß-Defensine (hBDs) können als Teil des angeborenen Immunsystems in entzündlichen Prozessen der Mundhöhle und im Speichel nachgewiesen werden. Sie wirken lokal antimikrobiell und verhindern aszendierende Infektionen. Dabei wird hBD-1 konstitutiv exprimiert, während hBD-2 und hBD-3 induzierbar sind. In epithelialen Neoplasien scheint hBD-1 darüber hinaus ein Tumorsuppressor zu sein.

Methoden: In Proben gesunder Gingiva (n=5), in Reizfibromen (n=5), Leukoplakien (n=5), Proben von Plattenepithelkarzinomen (n=5), gesunden Speicheldrüsen (n=5) und Gewebeproben verschiedener Speicheldrüsentumore (n=25) wurden molekularbiologisch quantitative Genexpressionsstudien mittels Realtime-PCR durchgeführt. Immunhistochemisch wurde ferner die zelluläre bzw. subzelluläre Protein-Lokalisation humaner ß-Defensine analysiert.

Ergebnisse: Dabei wurde eine fünfzigfache Reduktion der Genaktivierung von hBD-1 in Plattenepithelkarzinomen gegenüber gesunder Gingiva detektiert. Eine signifikante Genexpressionsreduktion (p=0.03) wurde in pleomorphen Adenomen gegenüber gesunden Speicheldrüsengewebeproben gefunden. Für die induzierbaren humanen ß-Defensine hBD-2 und hBD-3 wurden keine bzw. leicht erhöhte Änderungen des Transkriptlevels nachgewiesen. Im Gegensatz zu gesundem Gewebe, bei dem hBD-1 in der Immunhistochemie eine zytoplasmatische Verteilung aufwies, war das Peptid in pleomorphen Adenomen vorzugsweise im Zellkern aufzufinden.

Schlussfolgerung: Über eine vermehrte Expression des konstitutiven hBD-1 in entzündlichen Geweben hinaus konnten wir erstmalig in Malignomen der Mundhöhle und der Speicheldrüsen eine verminderte Genexpression beschreiben. Ferner war eine Translokation des Peptids in den Zellkern zu sehen.