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80th Annual Meeting of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Cochlea Implant bei NF2-Patienten – Hannover Erfahrung

Meeting Abstract

  • corresponding author Lucy Haurisa - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Minoo Lenarz - MHH HNO, Hannover
  • Gert Josef - MHH HNO, Hannover
  • Urte Rost - MHH HNO, Hannover
  • Thomas Lenarz - MHH HNO, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod051

DOI: 10.3205/09hnod051, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod0513

Published: April 17, 2009

© 2009 Haurisa et al.
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Text

Einleitung: Da das erzielbare Hörresultat mit einem Auditory Brainstem Implant (ABI) bei NF2-Pat. begrenzt ist, kann bei noch funktionstüchtigem Hörnerven prä- und auch post Tumorentfernung das Cochlea Implantat (CI) eine Alternative darstellen. Dies sollte auch bei der Wahl des Zeitpunktes für die Tumorentfernung berücksichtigt werden, da diese nur bei lebensbedrohlicher Tumorgröße zwingend ist. So kann bei nicht oder wenig wachsenden Tumoren zunächst auf eine Entfernung verzichtet und die Möglichkeit für ein CI ausgelotet werden. In Abhängigkeit von Promontoriumtest (PT) und Resthörvermögen kann die Entscheidung für die geeignetste auditive Rehabilitationsmethode getroffen werden.

Methoden: Bei drei NF2-Pat. mit erhaltener Hörnervfunktion postoperativ und pos. PT wurde eine CI durchgeführt. Die Pat. hatten entweder keine Tumorreste oder keinen größenblockierenden Tumor.

Ergebnisse: Alle Pat. konnten mit dem CI Höreindrücke erreichen. Zwei Pat. benutzen es zur Unterstützung des Lippenlesens. Die Ergebnisse sind vergleichbar mit denen ABI-versorgter NF2-Pat. Ein Pat. mit initial offenem Sprachverstehen verschlechterte sich aber innerhalb eines J. erheblich. Insgesamt waren die Ergebnisse im MW schlechter als die MW der ABI-Pat.

Schlussfolgerung: Grundsätzlich ist bei NF2-Pat. die CI- Versorgung möglich und sollte mit Hilfe des PT überprüft werden. Allerdings ist dabei auf die Möglichkeit der späteren Hörverschlechterung und die der ABI aufzuklären. Bei Größenprogress kann alternativ zur Komplettentfernung eine Tumorreduktion zur Hörnervenerhaltung empfohlen werden. Intraoperativ kann die Entscheidung der Funktionserhaltung mit Hilfe der E-BERA getroffen werden. Fällt diese neg. aus, sollte die unmittelbare ABI-Implantation erfolgen.