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GMDS 2012: 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

16. - 20.09.2012, Braunschweig

Methodische Aspekte bei der Nutzenbewertung von Arzneimitteln

Meeting Abstract

  • Dieter Hauschke - Universitätsklinikum Freiburg, Deutschland
  • Claudia Schmoor - Studienzentrum, Freiburg, Deutschland
  • Ralf Bender - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Köln, Deutschland
  • Friedhelm Leverkus - Pfizer Pharma GmbH, Berlin, Deutschland

GMDS 2012. 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS). Braunschweig, 16.-20.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12gmds236

DOI: 10.3205/12gmds236, URN: urn:nbn:de:0183-12gmds2369

Published: September 13, 2012

© 2012 Hauschke et al.
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Die Nutzenbewertung von Arzneimitteln, d.h. die Evaluation medizinischer Interventionen hinsichtlich ihrer kausal begründeten positiven und negativen Effekte im Vergleich mit einer klar definierten anderen Therapie, spielt eine zunehmend größere Rolle, insbesondere seit das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) 2011 in Kraft getreten ist. Das AMNOG soll die Ausgaben der Krankenkassen senken, indem nun die Bewertung des Zusatznutzens eines Arzneimittels gegenüber vorhandenen Therapien Grundlage für die Preisgestaltung ist. Die Nutzenbewertung wird in der Regel im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vorgenommen. Für die Nutzenbewertung sind eine Reihe methodischer Aspekte relevant, von denen einige in diesem Workshop diskutiert werden sollen.

Die erste Sitzung beschäftigt sich mit der Unsicherheit bei der Nutzenbewertung. In der Version 4.0 des IQWiG-Methodenpapiers werden zur Formulierung von Aussagen zum Nutzen bzw. Schaden medizinischer Interventionen die drei Begriffe „Beleg“, „Hinweis“ und „Anhaltspunkt“ definiert. Hierbei spielt die Ergebnissicherheit der zugrunde liegenden Studien eine wesentliche Rolle. In dieser Session werden Methoden zum Umgang mit Unsicherheiten in Nutzenbewertungen vorgestellt und aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert. Die zweite Sitzung beschäftigt sich mit der Quantifizierung des Zusatznutzens. Die Arzneimittel-Nutzenbewertungsverordnung (AM-NutzenV) legt fest, dass das Ausmaß des Zusatznutzens zu quantifizieren ist als „erheblich“, „beträchtlich“, „gering“, „vorliegend, aber nicht quantifizierbar“, „kein Zusatznutzen“, oder „geringerer Nutzen“. Verschiedene statistische Methoden zur Beurteilung und Klassifizierung des Ausmaßes des Zusatznutzens werden in dieser Sitzung diskutiert.