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GMDS 2012: 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

16. - 20.09.2012, Braunschweig

Der Einsatz von Smartphones im Rettungsdienst

Meeting Abstract

  • Timo Frett - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, Köln, Deutschland
  • Philipp Neuhaus - Universität Münster, Institut für Medizinische Informatik, Münster, Deutschland
  • Maximilian Ataian - Gesakon GmbH, Münster, Deutschland
  • Martin Dugas - Universität Münster, Institut für Medizinische Informatik, Münster, Deutschland
  • Christian Juhra - Universitätsklinikum Münster, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Münster, Deutschland
  • Thomas Weber - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, Köln, Deutschland

GMDS 2012. 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS). Braunschweig, 16.-20.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12gmds106

DOI: 10.3205/12gmds106, URN: urn:nbn:de:0183-12gmds1067

Published: September 13, 2012

© 2012 Frett et al.
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Outline

Text

Einleitung: Rettungskräfte und deren Geräte sind im täglichen Einsatz starken Belastungen ausgesetzt. Mechanische Belastungen u.a. durch Stöße und Vibrationen sowie das Eindringen von Schmutz und Wasser stellen daher besonders für komplexe technische Geräte, wie Mobiltelefone, eine deutliche Herausforderung dar. Auch die Benutzerfreundlichkeit ist ein bestimmender Faktor für die Nutzerakzeptanz. Im Rahmen des Projektes „TEAM TNNW“ (Telematik in der AkutMedizin) werden Smartphones seit Oktober 2010 bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Münster regelmäßig im Rettungsdienst eingesetzt. Ein Projektziel ist die Optimierung der Schwerverletztenversorgung in Hinblick auf einen schnellen Transport des Verletzten vom Unfallort in das richtige Krankenhaus. Die mittlerweile gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse können für zukünftige Projekte, die einen Einsatz von Smartphones im Rettungsdienst planen, von Bedeutung sein.

Material und Methoden: In enger Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr der Stadt Münster wurde ein Anforderungskatalog erarbeitet, nach welchem im Rahmen einer Marktrecherche geeignete Smartphones ausgesucht und gekauft wurden. Nach 6 monatiger Testphase der Geräte durch die Berufsfeuerwehr wurden die Rettungskräfte mittels strukturierter Interviews zu ihren Erfahrungen mit den Smartphones im Einsatzalltag befragt.

Ergebnisse: Die Benutzerbefragungen ergaben, dass von den befragten Rettungskräften Verbesserungen u.a. bezüglich der Akkulaufzeit der Geräte sowie deren Robustheit gefordert wurden. Die Bedienung der Smartphones über Touchscreens war auch mit Silikonhandschuhen im Einsatz problemlos möglich. Grundsätzlich wurde der Einsatz von Smartphones zur Optimierung der Informationsflüsse im Einsatzablauf positiv bewertet.

Anhand dieser Ergebnisse wurde im Rahmen des Projektes ein besser geeigneter Smartphonetyp ausgesucht. Dieser wird zurzeit bereits durch die Berufsfeuerwehr eingesetzt.

Diskussion und Ausblick: Der Einsatz von Smartphones oder Tablet-PCs im Rettungswesen wird in vielen Projekten, wie beispielsweise dem Projekt Stroke Angel [1] thematisiert. Die Akzeptanz dieser Geräte durch die Anwender im Rettungsdienst hängt dabei im Wesentlichen von einer frühzeitigen Zusammenarbeit zwischen Entwickler und späterem Nutzer ab.

Förderung: Das Projekt wird vom Land NRW unter dem Förderkennzeichen 005-GW01-128 gefördert.


Literatur

1.
Rashid A, Zentek T, Griewing B, Holtmann B, Schamberger R, Mühling O, et al. Stroke Angel und Cardio Angel: Telemedizin im Rettungswagen von der Pilotphase in den Regelbetrieb. TELEMED. 2009.