gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Lehren und Prüfen mit Videokonferenzen: Machbarkeit und Akzeptanz

Poster

Search Medline for

  • corresponding author presenting/speaker Joachim Plener - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
  • author Sandra Buron - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
  • author Kai Sostmann - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma234

DOI: 10.3205/11gma234, URN: urn:nbn:de:0183-11gma2342

Published: September 26, 2011

© 2011 Plener et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Fragestellung: Mit diesem Projekt wurde die Durchführbarkeit und Akzeptanz von Webmeetings als Prüfungsinstrument für berufsbegleitende Aufbaustudiengänge im Rahmen einer praxisorientierten Machbarkeitsstudie untersucht. Der an der Charité – Universitätsmedizin Berlin seit 2005 durchgeführte 12 monatige Masterstudiengang „Health and Society“ befasst sich mit Public Health mit einem Schwerpunkt auf Gender-Diversity. Im aktuellen Durchlauf sind 21 Studierende aus 13 Nationalitäten eingeschrieben, davon 7 Männer und 14 Frauen. Ebenso wie die Studierenden kommen die Dozenten aus verschiedenen Ländern. Sie werden für den 3-4 Tage (max. 1 Woche) dauernden Unterricht eingeflogen. Sofern von einem Dozierenden Master-Arbeiten betreut werden, muss für die mündliche Prüfung (Master Thesis Defence) ein Termin gefunden werden, zu dem sowohl Prüfling, als auch Dozent in Berlin anwesend sind. Für die Studierenden ist dies häufig mit hohen Reisekosten verbunden, wenn sie bereits in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind. Im Herbst 2010 und Frühjahr 2011 wurden 3 mündliche Prüfungen sowie 2 Seminare durchgeführt, bei denen die Hauptprüfer bzw. Dozenten via Webkonferenz zugeschaltet waren (Adobe Connect bereitgestellt vom DFN).

Methoden: Während der Prüfungen befanden sich der Prüfling, ein zweiter Prüfer und Publikum in Berlin in einem Raum, bei den Seminaren waren die Studierenden mit eigenen Laptops und von der Fakultät zur Verfügung gestellten Headsets ebenfalls in einem Seminarraum versammelt. Der Prüfer/Dozent war per Webcam zugeschaltet und über einen Beamer für alle in Berlin anwesenden sichtbar. Der Kompetenzbereich eLearning wurde für die technische Unterstützung in Bezug auf das verwendete Online Konferenzsystem und der Einrichtung der Notebooks, sowie für die rechtliche Absicherung und Dokumentation hinzugezogen. Es wurden separate Evaluationsfragebögen für Studierende und Lehrende/Prüfende entwickelt und auf die jeweilige Situation (Seminar / Prüfung) abgestimmt. Die Befragung der Seminarteilnehmer wird im Laufenden Semester abgeschlossen werden. Die Prüflinge wurden bereits mit strukturierten Interviews nach ihren Erfahrungen und Einstellungen befragt.

Ergebnisse: Adobe Connect in Verbindung mit der (WLAN) Netzinfrastruktur der Charité hat sich als genügend stabil erwiesen, um auch Prüfungen durchführen zu können. Bei keiner der Webkonferenzen kam es zu nennenswerten technischen Problemen. Jedoch musste eine detaillierte Anleitung für die aus dem Ausland zugeschalteten Dozenten produziert werden, ein Test im Vorfeld ist unbedingt anzuraten. Die Möglichkeit, das komplette Webmeeting direkt auf dem Server aufzuzeichnen machen das Verfahren rechtlich so sicher, dass seitens des Prodekanats und des Legal Service der Charité die Genehmigung für 4 weitere (Pilot-) Prüfungen gegeben wurde, bei denen nicht die Prüfer, sondern die Prüflinge aus öffentlichen Einrichtungen in ihren Heimatländern (z.B. Goethe Institut) zugeschaltet werden. Die konkreten Evaluationsergebnisse zur Akzeptanz der Online-Seminare werden bis zur GMA Jahrestagung vorliegen. Die in wenigen Wochen durchgeführten Prüfungen mit Prüflingen im Ausland werden in die Analyse mit einfließen. Erste Stimmungsbilder zeichnen eine hohe bis sehr hohe Akzeptanz auf beiden Seiten und eine große Bereitschaft weitere Online-Seminare durchzuführen.

Schlussfolgerung: Gerade für internationale Studiengänge bieten Web Meetings eine effiziente und kostengünstige Möglichkeit Prüfungen und Seminare durchzuführen. Die Ausstattung aller Beteiligten mit Hardware und schnellen Netzwerkanschlüssen ist mittlerweile gut genug, die Software genügend ausfallssicher um selbst Prüfungen rechtssicher durchzuführen. Aktuelle Forschungsergebnisse, Themen und internationale Experten lassen sich schneller und kostengünstiger in den Unterricht integrieren, Prüfungstermine mit geringerem Aufwand koordinieren.