gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Zieldefinition und Zielerreichung in der medizinischen Fachliteratur

Poster

Search Medline for

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma197

DOI: 10.3205/11gma197, URN: urn:nbn:de:0183-11gma1973

Published: September 26, 2011

© 2011 Fieweger et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Fragestellung: In der praktischen, wie auch in der wissenschaftlichen Medizin ist es nötig, Behandlungs- und Forschungsziele klar zu definieren [1]. Außerhalb der Medizin ist die Zieldefinition und deren Analyse bereits ein standardisierter Prozess, ohne den es unmöglich wäre, effizient zu arbeiten [2]. Spezifische Hinweise sind dazu in der Medizin jedoch schwer zu finden, was darauf hindeutet, dass die systematische Definition von Zielen in der Medizin offensichtlich noch nicht allgemein etabliert ist. Das Ziel dieser Arbeit [3] ist, zu prüfen, ob und in welchem Umfang in der wissenschaftlichen Literatur eine Definition der Behandlungsziele vorgenommen und das Erreichen dieser Ziele geprüft wird.

Methoden: Hierzu wurden 50 konsekutive, zufällig ausgewählte medizinische Publikationen aus der PubMed-Datenbank auf ihre beschriebenen und angestrebten Ziele ausgewählt. Es wurde untersucht, ob diese auch tatsächlich erreicht wurden und einen Mehrwert für den Patienten darstellten. Die Ziele wurden in explizite und implizite Ziele unterteilt, wobei ersteres die tatsächlich im Artikel benannten Ziele und letztere die nicht beschriebenen, aber angestrebten Ziele darstellen.

Ergebnisse: Nach der Analyse aller Publikationen lässt sich sagen, dass jede zweite Studie kleinere Mängel vorweist, wie unstrukturierte nicht nachvollziehbare Studiendesigns, unbalancierte Vergleichsgruppen und nicht eindeutig definierte Ziele. 25-33% aller Studien zeigen grobe Durchführungsfehler, wie das Fehlen von Kontrollgruppen oder von explizit definierten Zielen.

Schlussfolgerung: Demnach ist in der aktuellen medizinischen Fachliteratur weder die Zieldefinition noch die Beschreibung der Zielerreichung etabliert. Beide Dimensionen sollten eingeführt werden, um zu verhindern, dass an Stelle prospektiv definierter Ziele zufällig beobachtete Ergebnisse als wissenschaftlich fundierte „evidence“ publiziert werden.


Literatur

1.
Donabedian A. Evaluating the Quality of Medical Care. Milbank. 2005;83(4):691-729. DOI: 10.1111/j.1468-0009.2005.00397.x External link
2.
Kessler H, Winkelhofer G. Projektmanagement. Berlin, Heidelberg, New York: Springer; 2004. S.229-230. DOI: 10.1007/978-3-642-17025-6 External link
3.
Fieweger PA. Die explizite Definition des Behandlungsziels in der medizinischen Literatur. Dissertation. Ulm: Universität Ulm, Medizinische Fakultät; 2001.