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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Veränderungen ethischer Einstellungen zur Sterbehilfe während des klinischen Studiums

Poster

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  • Olga Weden - JWG Universität Frankfurt, FB Medizin, Dekanat, Frankfurt/Main, Deutschland
  • Rupert Püllen - AGAPLESION Diakonissen-Krankenhaus, Frankfurt/Main, Deutschland
  • corresponding author presenting/speaker Johannes Schulze - JWG Universität Frankfurt, FB Medizin, Dekanat, Frankfurt/Main, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma154

DOI: 10.3205/11gma154, URN: urn:nbn:de:0183-11gma1540

Published: September 26, 2011

© 2011 Weden et al.
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Fragestellung: Ethische Fragen am Lebensende werden mit der Zunahme medizinischer Möglichkeiten häufiger, Umfragen unter Ärzten spiegeln große individuelle Meinungsunterschiede wieder. Wenig Daten existieren zur Einstellung von Studenten zur Sterbehilfe.

Methoden: Studenten wurden zu Beginn des 1. klinischen Semesters, nach dem Geriatriepraktikum sowie vor dem PJ befragt, ob aktive bzw. passive Sterbehilfe generell akzeptiert wird; zusätzlich musste anhand mehrerer konkreter Szenarien entschieden werden, ob Sterbehilfe im Spezialfall akzeptiert wird. Die Zustimmung wurde auf einer 6-stufiger Likert-Skala gemessen.

Ergebnisse: Zu Beginn der klinischen Studiums wurde aktive Sterbehilfe allgemein von jeweils etwa 25% gut akzeptiert bzw. strikt abgelehnt. Im konkreten Fall hochgradiger Demenz sank die Akzeptanz auf 6%, 40% lehnten strikt ab. Ähnlich wurde passive Sterbehilfe allgemein von 9% abgelehnt, von 45% bejaht, im konkreten Fall dagegen von jeweils etwa 20% abgelehnt bzw. befürwortet. Bei Vorliegen einer Patientenverfügung und Zustimmung der Angehörigen stieg die Zustimmung zur aktiven bzw. passiven Sterbehilfe deutlich an. Analog wurde geantwortet bei der Frage nach einer Altersbegrenzung für die Schrittmacherimplantation bzw. Hüftkopfprothesenimplantation; dabei war die Zustimmung zur Schrittmacherimplantation höher. Während des klinischen Studiums (Befragung nach dem Geriatriepraktikum bzw. vor dem PJ) nahm die Ablehnung der Sterbehilfe signifikant zu, die Diskrepanz zwischen der allgemeinen Bewertung sowie der konkreten Ausbildung blieb bestehen. Auch die Bereitschaft, eine Hüftkopfprothese zu implantieren, nahm signifikant zu, die ohnehin hohe Zustimmung zur Schrittmacherimplantation stieg ebenfalls.

Schlussfolgerung: Das klinische Studium formt das ethische Bewusstsein der Studenten, auch durch ein Praktikum der Geriatrie.