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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Chirurgische Vorerfahrung vor dem Absolvieren der chirurgischen Fächergruppe im sechsten Studienjahr – sinnvoll oder unnütz?

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Doris Wagner - Medizinische Universität Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Österreich
  • author Simone Manhal - Medizinische Universität Graz, Vizerektorat für Studium und Lehre, Graz, Österreich
  • author Hans-Christian Chaluba - Medizinische Universität Graz, Vizerektorat für Studium und Lehre, Graz, Österreich
  • author Florian Iberer - Medizinische Universität Graz, Universitätsklinik für Chirurgie, Graz, Österreich

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma018

DOI: 10.3205/11gma018, URN: urn:nbn:de:0183-11gma0188

Published: September 26, 2011

© 2011 Wagner et al.
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Outline

Text

Fragestellung: Im Rahmen des letzten Studienjahres sollen den Studierenden die Grundzüge der Betreuung von PatientInnen im klinischen Setting vermittelt werden. An der Medizinischen Universitätsklinik Graz geschieht dies im Rahmen von 3 Fächergruppen, zwei von ihnen, die Chirurgische (FG 1) und die Internistische (FG 2) sind verpflichtend. Im Rahmen der Absolvierung lernen die Studierenden den Stationsbetrieb kennen, die Erlebnisse werden in einem selbst verfassten PatientInnenbericht - ähnlich einem Arztbrief - festgehalten. Die verfassten Berichte bilden die Grundlage für eine positive Beurteilung. Dies ist das erste Mal, dass Studierende Fallberichte im Rahmen des Studiums verpflichtend verfassen müssen. In chirurgischen speziellen Studienmodulen (SSM) ist das Verfassen von Fallberichten obligatorisch. Ziel der vorliegenden Studie war es, Unterschiede im Abschneiden in der FG 1 von Studierenden, die chirurgische SSMs absolviert haben, und jenen, die keine absolviert hatten, zu untersuchen.

Methoden: Die Beurteilungen der Studierenden, welche die FG 1 an der Universitätsklink für Chirurgie absolviert haben, wurden retrospektiv evaluiert. Die Ergebnisse der StudentInnen, die ein chirurgisches SSM absolviert hatten, wurden mit jenen, die kein chirurgisches SSM absolviert hatten, verglichen.

Ergebnisse: 808 (54% weiblich) Studierende absolvierten von WS 2006/07 bis zum WS 2010/11 die FG 1 an der Universitätsklinik für Chirurgie Graz, von diesen hatten 339 (41.95%) davor ein chirurgisches SSM absolviert. Der mediane Notendurchschnitt in der FG 1 lag insgesamt bei 1.53. SSM Studierende hatten einen signifikant bessere (p=0.049) mediane Note von 1.03 in der FG 1. Jene Studierenden, die ein SSM absolviert hatten, verbesserten zudem ihre mediane SSM Note von 1.46 im SSM auf 1.03 in der FG 1 (p=0.053).

Schlussfolgerung: Studierende, die bereits Erfahrung in der Betreuung von chirurgiischen PatientInnen gesammelt hatten, zeigten in der FG1 ein wesentlich besseres Abschneiden als Studierende, die ohne vorherige chirurgische Ausbildung die FG 1 absolvierten. Eine Fragebogenevaluierung, ob das Absolvieren der SSMs auch für die Studierenden einen subjektiven Ausbildungsbenefit in der FG 1 erbracht hat, ist geplant.