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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Kompetenzorientierung im Medizinstudium - Welche Kompetenzen gewünscht und welche vermittelt werden

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Linda Zimmermann - Albert Ludwigs Universität Freiburg, Medizinische Psychologie & Medizinische Soziologie, Freiburg, Deutschland
  • E.M. Geppert - Albert Ludwigs Universität Freiburg, Medizinische Psychologie & Medizinische Soziologie, Freiburg, Deutschland
  • M. Körner - Albert Ludwigs Universität Freiburg, Medizinische Psychologie & Medizinische Soziologie, Freiburg, Deutschland
  • Ulrich Stößel - Albert Ludwigs Universität Freiburg, Medizinische Psychologie & Medizinische Soziologie, Freiburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma203

DOI: 10.3205/10gma203, URN: urn:nbn:de:0183-10gma2030

Published: August 5, 2010

© 2010 Zimmermann et al.
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Fragestellung: Unstrittig nimmt angesichts der komplexer gewordenen Anforderungen an die Arztrolle auch die Notwendigkeit und das Bedürfnis Medizinstudierender zu, insbesondere soziale und kommunikative Kompetenzen bereits im Studium zu erwerben. Versuche, diesen Gegenstandsbereich curricular zu operationalisieren, sind z.B. mit dem Basler Consensus Statement und seine Nachfolgepublikationen zu einem Longitudinalcurriculum vorgelegt worden. Entsprechend interessierten wir uns für die Erwartungen und die Erfahrungen, die Medizinstudierende am Ende ihres Hochschulstudium (vor Eintritt in das Praktische Jahr) in dieser Hinsicht haben.

Methodik: 175 Medizinstudierende des 10. Semesters an der Universität Freiburg (Rücklauf: 97.2%) wurden mit einem selbst entwickelten Fragebogen über ihre Einschätzung zur Wichtigkeit ärztlicher Kompetenzen und ihrer Zufriedenheit mit deren Vermittlung im Medizinstudium (Skalierung von 1=sehr bis 5=gar nicht) befragt. Eine etwa gleich große Gruppe des gleichen Studienjahrgangs wird im Juni 2010 zusätzlich mit dem gleichen Instrument befragt, so dass Antworten von rd. 300 Medizinstudierenden mit einer Rücklaufquote von über 90% vorliegen werden.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der bisher ausgewerteten 175 Medizinstudierenden zeigen, dass sie vor allem sozial-kommunikative Kompetenzen (M=1.17), ärztliche Behandlungskompetenz (M=1.19), Aufbau einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung (M=1.4), Urteilbildungsbildung/Entscheidungsfindung (M=1.48) im Umgang mit dem Patienten für sehr wichtig erachten. Teamarbeit als auch Management/Organisation werden ebenfalls als wichtige ärztliche Kompetenzen angesehen. Die höchste Zufriedenheit mit der Vermittlung dieser Kompetenzen im Studium besteht bei der medizinischen Behandlungskompetenz (M=2.35), gefolgt von der Arzt-Patienten-Beziehung (M=2.86). In allen anderen Kompetenzbereichen werden deutlich niedrigere Zufriedenheitswerte erreicht.

Schlussfolgerungen: Die Befunde zeigen, dass starke Diskrepanzen zwischen der Einschätzung der Wichtigkeit ärztlicher Kompetenzen und der Zufriedenheit mit deren Vermittlung im Medizinstudium bestehen. Es bedarf dringend der Weiterentwicklung eines Medizincurriculums, das die Vermittlung dieser Kompetenzen zu einem gleichwertigen Lehr- und Lernziel macht wie die Vermittlung von Wissensinhalten und das intelligente Prüfformen zum Nachweis des Kompetenzerwerbs bereitstellt.