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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Evaluation einer OSCE (objective structured clinical examination) - Station zum Thema "Aufklärungsgespräch" und ihrer auf die Benotung der studentischen Leistung einwirkenden Variablen

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Bärbel Schwald - Ludwig-Maximilians-Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik - Innenstadt, München, Deutschland
  • author Stephanie Kürmayer - Ludwig-Maximilians-Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik - Innenstadt, München, Deutschland
  • Irina Grabovac - Ludwig-Maximilians-Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik - Innenstadt, München, Deutschland
  • Matthias Siebeck - Ludwig-Maximilians-Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik - Innenstadt, München, Deutschland
  • Karsten Stegmann - Ludwig-Maximilians-Universität, Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie, München, Deutschland
  • Frank Fischer - Ludwig-Maximilians-Universität, Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie, München, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma145

DOI: 10.3205/10gma145, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1458

Published: August 5, 2010

© 2010 Schwald et al.
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Text

Fragestellung: Klinisch-praktische Prüfungen in Form eines OSCEs ermöglichen eine Beurteilung unterschiedlicher Fertigkeiten und nehmen an den deutschen medizinischen Fakultäten eine zunehmende Rolle ein. Hierfür werden oft standardisierte Patienten (SP) eingesetzt. Eine objektive Leistungsbeurteilung soll unabhängig von dem Einfluss solcher Variablen wie „SP“, „Fall-Szenario“ oder „Prüfer“ erfolgen. Überprüft wurde, in wie weit diese Voraussetzungen bei der bestehenden OSCE–Station zum Thema „Aufklärungsgespräch“ erfüllt sind.

Methoden: Im WS 2008 / 2009 haben 227 Studierende der medizinischen Fakultät der LMU München im 2. Studienabschnitt an der OSCE – Station „Aufklärungsgespräch“ teilgenommen. Die Aufgabe bestand darin, einen SP über eine bestimmte Operation („Fall-Szenario“) aufzuklären und danach, die wesentlichen Aspekte des Aufklärungsgespräches zu dokumentieren. Die Leistungsbeurteilung der Studierenden setzte sich zusammen aus der Beobachtung der kommunikativen Fertigkeiten durch den SP sowie der Bewertung der schriftlichen Dokumentation durch den bei der Prüfung anwesenden Arzt (Prüfer). Als Erfassungsinstrument der kommunikativen Fertigkeiten wurde eine schriftlich vorgegebene Ratingskala eingesetzt, die sich an Items des Calgary Cambrigde Observation Guides orientierte. Der Bewertungsmaßstab des Dokumentationsteils der Prüfung wurde durch einen im Vorfeld festgelegten erwarteten Antworthorizont determiniert. Prüfer und SPs erhielten in regelmäßigen Abständen wissenschaftlich fundierte Trainings. Schulungsinhalte der SP-Trainings fokussierten neben der Rollendarstellung auf die einheitliche Anwendung von Beurteilungskriterien. Insgesamt gingen in die Analyse 5 „Fall-Szenarien, 6 SPs und 5 Prüfer ein. Mittels univariaten Varianzanalysen und post-hoc tests wurde der Einfluss von Variablen „SP“, „Fall-Szenario“ und „Prüfer“ auf die Leistungsbeurteilung untersucht.

Ergebnisse: Die Variable „SP“ hat einen signifikanten Einfluss auf die Beurteilung der kommunikativen Leistung, sie klärt ca. 44% der Varianz auf. Die Variable „Fall-Szenario“ übt einen signifikanten aber geringeren Einfluss dabei aus. Die Variable „Prüfer“ hat keinen Einfluss.

Schlussfolgerung: Ergebnisse der weiterführenden MaßnahmenDies deutet auf einen Optimierungsbedarf hin. Im WS 2009/10 wurden deshalb die Beurteilungskriterien der studentischen Leistung für alle Fallszenarien generalisiert. Ein Checklistenformat ersetzte Ratingformat. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Variable „Fall-Szenario“ keinen Effekt mehr auf die erreichte Punktzahl bei den kommunikativen Fertigkeiten hat. Durch ein verbessertes Beurteilungsinstrument ist demnach bereits eine objektivere Leistungsbeurteilung möglich.Die Variable „SP“ hat an Einflusskraft verloren, bleibt jedoch weiterhin signifikant und erklärt ca. 25 % der Varianz der erreichten Punktzahl bei den kommunikativen Fertigkeiten. Eine nächste Studie, bei der Videos vorhergegangener Prüfungen durch Experten, Laien und Standardisierten Patienten hinsichtlich der gezeigten kommunikativen Fertigkeiten des Prüflings beurteilt werden, soll Aufschluss über mögliche Einflussvariablen geben. Ergebnisse dieser Maßnahme liegen bis zur nächsten Jahrestagung der GMA vor.