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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Einführung eines strukturierten Facharztweiterbildungsprogramms

Vortrag

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma91

DOI: 10.3205/10gma091, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0911

Published: August 5, 2010

© 2010 Siebolds.
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Fragestellung: Im Rahmen eines Projektes zur Einführung strukturierter Facharztweiterbildungsprogramme wurde die Frage untersucht, ob die alleinige Schulung der Weiterbilder und eine systematische Diskussion erhobener Evaluationsdaten zu Beginn der Projekteinführung zu einer Verbesserung der Weiterbildungszufriedenheiten im Vergleich von Assistenzärzten und Weiterbildern führt.

Methodik: Das Projekt hat eine Laufzeit von 10 Jahren (2002-2012) und gliedert sich in vier Phasen. Zu Beginn jeder Phase wurde eine systematische Sichtung der Literatur vorgenommen. Daraufhin wurden die bestverfügbaren Evidenzen bezüglich verfügbarer Weiterbildungsinstrumente ausgewählt und die Konzepte auf die Deutsche Weiterbildungswirklichkeit angepasst [1], [2]. Die darauf aufbauende Schulung der Weiterbilder [3] umfasst insgesamt 30 Stunden (ein Wochenende plus zwei 120 minütige Workshops), die Vorstellung weltweit etablierter Instrumente sowie das Training der Evaluationsnutzung, Curriculumserstellung, Erstellung prozesslenkender Dokumente für die Weiterbildungsinhalte, Durchführung von Jahresweiterbildungsgesprächen, Durchführung einer systematischen Lernstandserhebung und der Durchführung von Testaten. Zentrales Element der Intervention ist die aus der Lenstandserhebung abgeleitete Formulierung einer konkreten Zielvereinbarung bezüglich der Weiterbildungsinhalte des nächsten Weiterbildungsjahres. Vor Einführung der Programme in den Fachabteilungen durch die geschulten Weiterbilder, wurde mit Hilfe des FMH und BIMO Inventars die Zufriedenheit mit der Weiterbildung und der Arbeitssituation evaluiert.

Ergebnisse: In der Phase drei wurden 56 Fachabteilungen in zwölf Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung erhoben. An dieser Phase nahmen 176 Weiterbilder und 377 Assistenten teil. Die Rücklaufquote betrug bei den Weiterbildern zu Beginn 82,9% zum Projektende 30,7%. Bei den Assistenten betrug der Rücklauf zu Beginn 60,5% zum Ende des Projektes 31,6% (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]).

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der FMH Auswertung zeigen, dass die alleinige Schulung der Weiterbilder keinen, der sogar einen nachteiligen Effekt, auf die Verbesserung der Zufriedenheit der Assistenten mit der Weiterbildung hat, wobei die Zufriedenheit der Weiterbilder in den meisten Items deutlich steigt. In Befragungen zeigte sich als wichtige Ursache eine ungenügende Information der Assistenten durch die Weiterbilder über das Projekt. In der Projektphase vier wurden deshalb zusätzlich drei Trainingsfortbildungen á drei Stunden für die Assistenten mit aufgenommen. Diese sollen die Umsetzung der vermittelten Instrumente im Weiterbildungsalltag fördern und die Assistenten bei der Einforderung vereinbarter Weiterbildungsprozesse unterstützen.


Literatur

1.
Meyring S, Leoppold HC, Siebolds M. Implementation of a competency-based graduate medical education program in a neurology department. Nervenarzt. 2006;77(4):439-448. DOI: 10.1007/s00115-005-2026-2 External link
2.
Siebolds M, Beer A, Kiwitt P, Meyring S. Strukturierte Facharztweiterbildung-Alter Wein in neuen Schläuchen. Dtsch Arztebl. 2006;103(42):A-2765,B-2403,C-2313.
3.
Siebolds M. Facharztweiterbildung in der Anästhesie. In Eckart, Jaeger, Möllhoff (Hrsg). Anästhesiologie. Landsberg: Ecomed Verlag; 2009. Kap. 20.1.