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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Erfahrungen bei der Computer-Unterstützung interdisziplinärer Prüfungen

Vortrag

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  • corresponding author presenting/speaker Matthias Hinz - TU Dresden, Medizinsiche Fakultät, Studiendekanat, Dresden, Deutschland
  • Anke Graupner - TU Dresden, Medizinsiche Fakultät, Studiendekanat, Dresden, Deutschland
  • Cornelie Haag - TU Dresden, Medizinsiche Fakultät, Studiendekanat, Dresden, Deutschland
  • Marcus Neudert - TU Dresden, Medizinsiche Fakultät, Studiendekanat, Dresden, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma63

DOI: 10.3205/10gma063, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0638

Published: August 5, 2010

© 2010 Hinz et al.
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Fragestellung: Mit der Einführung der neuen Approbationsordnung stieg der Bedarf zur qualifizierten Leistungsermittlung und Notenfindung im Medizincurriculum an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden drastisch an. Die Umsetzung dieser Erfordernisse erfolgte allerdings oft mit individuellen Methoden in unterschiedlicher Qualität. Es ergaben sich folgende Forderungen:

  • Erstellung der Prüfungsfragen auf einer wissenschaftlichen Basis
  • Überprüfung der Fragen in einem gesteuerten Review-Prozess (internes und externes Review; vor bzw. nach der Prüfung)
  • Hohe Zuverlässigkeit, Datenschutz und Datensicherheit bei der Abwicklung aller Teilprozesse
  • "Added Value" für die Fachgebiete
  • geeignete Schulungen.

Eine Besonderheit war die Forderung nach interdisziplinären Prüfungen, um die Studenten bestmöglich auf den zweiten Abschnitt der ärztlichen Prüfung vorzubereiten.

Methodik und Mittel: Ab dem Sommer 2008 wurde an der Medizinischen Fakultät im Rahmen des zentralen QM-Systems für die Lehre ein Online-System zur Unterstützung der Prüfungen schrittweise eingeführt. In mehreren Workshops wurden potenzielle Nutzer mit dem System bekannt gemacht. Diese Workshops wurden auch dazu verwendet, Grundlagen der Prüfungstheorie zu vermitteln. Allerdings zeigte sich bald, dass durch die bisher oft angewendete Praxis, die Prüfungen kurzfristig zu organisieren und zu erstellen, ein erheblicher individueller Betreuungsaufwand nötig wurde. Die Interdisziplinarität wurde durch die Einführung einer "Jahresabschlussprüfung am Ende des 4. Studienjahres" umgesetzt.

Ergebnisse: An der Medizinischen Fakultät in Dresden haben derzeit ca. 100 Autoren etwa 150 Klausuren mit dem System durchgeführt. Dabei wurde im Vergleich zu den vorherigen Lösungen eine deutliche Verbesserung der QM-Kriterien bei Prüfungen (z.B. bei der Fragen-Erstellung, Klausurdurchführung, Review, Auswertung, Fragenstatistik) festgestellt. Von den Fachgebieten werden die zusätzlichen Informationen der Klausuren (Fragenstatistik) als Mehrwert begrüßt. Die im Rahmen des Prüfungsverbundes nachnutzbaren Fragen werden zunehmend in die Klausuren mit eingebunden. Bei der Jahresabschlussprüfung im 4. Studienjahr wird die Unterstützung der Interdisziplinarität durch die Kommunikationsangebote des Online-System rege genutzt, z.B. die Zeit- und Orts-ungebundene Bearbeitung von sternförmigen Fallvorlagen mit mehreren beteiligten Fachgebieten. Als ein Problem erwies sich, dass die Fachgebiete in der Regel nur 1 - 2 mal im Jahr und dann oft unter erheblichem Zeitdruck mit dem System arbeiten. Als Lösungsstrategie dafür soll mit einer stärkeren zentralen Koordinationsleistung bezüglich zeitadäquater Klausurabläufe eine Verbesserung erreicht werden. Die Schulungen werden durch Zeit-ungebundene Informationsangebote (Online-Schulungsmaterial, FAQ usw.) ergänzt.

Schlussfolgerungen und Ausblick: Die gewählte Strategie des zentral koordinierten Einführungsprozesses des Systems über einen Zeitraum von 2 Jahren hat sich in der Praxis gut bewährt. Als Nächstes ist der Einsatz des Systems für neue Anwendungsfelder geplant. So wird ein Modul entwickelt, um in Zukunft OSCE-Prüfungen ebenfalls unterstützten zu können.