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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Ist ein Multimedia-Lernprogramm ein Ersatz für die Vorlesung in der Anatomie?

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  • corresponding author Christopher Adamczyk - Ludwig-Maximilians-Universität München, Neurologische Klinik, München, Deutschland
  • author Martin R. Fischer - Private Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen (IDBG), Witten, Deutschland
  • author Reinhard Putz - Ludwig-Maximilians-Universität München, Anatomische Anstalt, München, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT5P136

DOI: 10.3205/09gma136, URN: urn:nbn:de:0183-09gma1368

Published: September 2, 2009

© 2009 Adamczyk et al.
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Hintergrund: Interaktive Lernprogramme bieten den Inhalt von Lehrbüchern in multimedialer Umsetzung dar. Hierbei finden Techniken wie Animationsmodelle, Filmbeiträge (sog. Podcast), oder Quizfunktionen Einsatz. Mit Hilfe dieser Techniken steht eine Alternative zu Präsenzveranstaltungen wie der klassischen Vorlesung zur Verfügung. Inwieweit Studierende ein interaktives Lernprogramm anstelle einer Vorlesung annehmen, ist Gegenstand dieser Untersuchung.

Methode: Im Rahmen des Kursabschnittes „Knochen und Gelenke“ des anatomischen Präparierkurses an der LMU in München wurden 325 Studierende des ersten vorklinischen Semesters via Losverfahren in drei Gruppen eingeteilt.

  • Die Gruppe A (n=187) erarbeitete sich den Stoff des Kursabschnittes anhand der angebotenen Vorlesung.
  • Die Gruppe B (n=16) nutzte ebenso die angebotene Vorlesung sowie zusätzlich die CD-ROM „Sobotta interaktiv Bewegungsapparat“ (Elsevier).
  • Die Gruppe C (n=122) erlernte den Stoff des Kursabschnittes mit Hilfe der CD-ROM sowie einem Begleitseminar, in dem die Möglichkeit bestand, Fragen zum Stoff an die Dozierenden zu stellen.

Die zusätzliche Verwendung von weiteren Medien wie z.B. Lehrbüchern stand allen Gruppen offen. Nach abgelegter Prüfung wurden die Studierenden mittels zweier eigens erstellten Fragebögen mit jeweils 70 vergleichbaren Items (6-stufige Likertskala; 1= trifft absolut zu, 6= trifft absolut nicht zu) befragt.

Ergebnisse: Beide Lernmedien wurden von den Studierenden als suffizient zur Stofferarbeitung eingestuft (Mittelwert Gruppe A 2,0 zu Gruppe B 2,6). Die Möglichkeit, intensiv zu lernen, wurde für die CD-ROM mit 2,8 im Vergleich zu 3,0 für die Vorlesung bewertet. Die zusätzliche Verwendung von weiteren Lernunterlagen wurde in der Vorlesungsgruppe im Mittel mit 2,4 höher angegeben, als in der CD-ROM Gruppe (Mittelwert 2,8), wobei 18% der Studierenden der CD-ROM Gruppe überhaupt keine weiteren Medien verwendet haben. Die Frage nach einer bevorzugten Zugehörigkeit zur anderen Gruppe wurde in der Vorlesungsgruppe mit 4,5 abgelehnt, während die CD-ROM Gruppe mit 3,3 gespalten war (30,3% trifft absolut zu vs. 28,7% trifft absolut nicht zu).

Schlussfolgerung: Die größere Zahl der Studierenden zieht die klassische Vorlesung dem Multimedia-Lernprogramm vor. Es gibt jedoch eine Gruppe von Studierenden, deren Lernbedürfnis komplett durch das Multimedia-Lernprogramm abgedeckt wird.