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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Vergleich der Internetauftritte deutscher Medizinischer Fakultäten – Eine kriterienbasierte Betrachtung der Bereiche Lehre und Studium

Vortrag

  • corresponding author Olaf Kuhnigk - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Modellstudiengang Medizin, Hamburg, Deutschland
  • author Daniela Tiller - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
  • author Marzellus Hofmann - Private Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland
  • author Wolfgang Hampe - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Biochemie II, Molekulare Zellbiologie, Zentrum für Experimentelle Medizin, Hamburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT5V106

DOI: 10.3205/09gma106, URN: urn:nbn:de:0183-09gma1062

Published: September 2, 2009

© 2009 Kuhnigk et al.
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Fragestellung: Das Internet stellt heute das zentrale Medium in unserer Informationsgesellschaft dar und ermöglicht den Nutzern, sich zeit- und ortsunabhängig zu informieren. Dies trifft ebenso für Studieninteressierte, Studierende, Lehrende und Forscher in Bezug auf das Informationsangebot Medizinischer Fakultäten zu. Welche Informationen bieten die Internetauftritte der 36 deutschen Medizinischen Fakultäten ihren Nutzern im Bereich Studium und Lehre? Wie einfach sind die Inhalte zugänglich? Wie ansprechend ist das Layout?

Methodik: Auf Basis der Struktur und des Inhalts der Internetseiten aller Fakultäten wurden 128 Kriterien zur quantitativen Erfassung und Bewertung der Internetauftritte definiert. Die Kriterien ließen sich den Bereichen „allgemein formal“, allgemein inhaltlich“, „Studienbewerber“, „Studierende“ und „Lehrende“ zuordnen. Jedes Kriterium wurde im Juni 2008 für alle Fakultäten als erfüllt oder nicht erfüllt bewertet. Weiterhin wurde die numerische Anzahl der „Klicks“ zum Erreichen der Zielrubriken erfasst, sowie die Rubrik für „Aktuelles“ nach einem Zeitraum von 6 Wochen auf ein Update hin überprüft. Maximal konnten 258 Punkte erreicht werden. Zusätzlich wurde das Layout der Internetauftritte in einer Umfrage unter Studierenden (Studiengänge Medizin und Design) bewertet.

Ergebnisse: Die Spitzenuniversität erreichte 79% der Maximalpunktzahl, das Schlusslicht nur 25 %. Im Mittel über alle Universitäten wurden 53% der Maximalpunktzahl erreicht. Die aufgestellten Kriterien für die Zielgruppen „Studierende“ und „Studienbewerber“ wurden von allen Fakultäten gegenüber den Kriterien für die Zielgruppe „Lehrende“ überdurchschnittlich gut erfüllt.

Es zeigte sich eine signifikant positive Korrelation zwischen der Anzahl der Publikationen einer Fakultät und der erreichten Punktzahl in der Erhebung. Keine Korrelation zeigte sich zu Landeszuführungsbetrag, Zahl der Studienplätze, Zahl der Einwohner der Hochschulstadt, Zahl der Studienbewerber oder der Lage der Hochschule im Osten oder Westen Deutschlands. Auch die Umfrageergebnisse zum Layout der Internetseiten zeigten große Unterschiede. Es bestand jedoch keine Korrelation zwischen Layout und Punktzahl.

Schlussfolgerungen: Die Internetangebote für Studienbewerber, Studierende und Lehrende in der Medizin differieren sehr und sind bei einzelnen der 36 Fakultäten bislang unzureichend entwickelt. Die Qualität der Angebote für „Studium und Lehre“ kann nicht auf die einer Fakultät zur Verfügung stehenden Gelder, Lage in Ost- oder Westdeutschland oder die Anzahl der Studierenden oder Studienbewerber zurückgeführt werden. Nach Ansicht der Autoren sollte der Internetauftritt einer Fakultät zukünftig in Hochschulrankings mit einbezogen werden.