gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Evaluation der Studentischen Zufriedenheit mit dem Aachener Modellstudiengang Medizin

Evaluation of students' satisfaction with the "Aachener Modellstudiengang Medizin"

Poster

  • corresponding author Thomas Forkmann - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Aachen, Deutschland
  • author Nicole Heussen - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Statistik, Aachen, Deutschland
  • author Siegfried Gauggel - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Aachen, Deutschland
  • author Ralf-Dieter Hilgers - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Statistik, Aachen, Deutschland
  • author Wolfgang Dott - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Aachen, Deutschland
  • author Sandra Sudmann - RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, Dekanat, Aachen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT2P037

DOI: 10.3205/09gma037, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0375

Published: September 2, 2009

© 2009 Forkmann et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Fragestellung: Die neue Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) vom 27. Juni 2002 (http://www.bmgs.bund.de/download/gesetze/gesundheitsberufe/approbation.pdf) ermöglicht auf Antrag die Durchführung eines Modellstudiengangs. Seit dem WS03 ist das Curriculum an der Medizinischen Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen als Modellstudiengang organisiert, dessen Kernpunkt es ist, durch Neuordnung des Unterrichtes und der Lerninhalte anstelle des klassischen fachzentrierten ein organ- bzw. systemzentriertes Lehren und Lernen zu ermöglichen [1], [2]. Dies wird unter anderem durch die Organisation der Lehre in interdisziplinären Systemböcken realisiert. Dieser Beitrag evaluiert die studentische Zufriedenheit mit dieser neuartigen Lehrorganisationsform sowie den diesbezüglichen persönlichen Lerneffekt und überprüft, inwieweit beides mit der Teilnahmefrequenz und dem investierten Lernaufwand in Beziehung steht.

Methodik: Die studentische Zufriedenheit wird seit dem SS05 kontinuierlich mittels des elektronischen Evaluations-Systems EVALuna erhoben. In diesem Beitrag wird auf die Daten aus den WS07/08 und SS08 fokussiert. Beurteilt wurde die Qualität jedes Systemblocks global sowie seine Verständlichkeit, Strukturiertheit, die Absprache der Dozenten und der persönliche Lerneffekt (Skala sechsstufig von 1= sehr gut bis 6= ungenügend). Außerdem wurde die Teilnahmefrequenz (dreistufig) und der erbrachte Lernaufwand (fünfstufig) beurteilt. Hier stehen höhere Werte für häufigere Teilnahme bzw. mehr Aufwand. Es wurden Mittelwerte (M) und Standardabweichungen (SD) berechnet. Der Zusammenhang zwischen den Beurteilungen der Systemblöcke und der Teilnahmefrequenz sowie investiertem Lernaufwand wurde durch Korrelationsanalysen (Spearman) untersucht.

Ergebnisse: Die Systemblöcke wurden global im Mittel mit 2.6 (SD=.92) beurteilt, die Verständlichkeit 2.4 (.90), Strukturiertheit 2.6 (1.11), Absprache 2.7 (1.04) und der Lerneffekt 2.4 (.98). Die mittleren Beurteilungen je Veranstaltung hatten einen Range von 1.7 bis 3.8. Die Bewertungen korrelierten tendenziell negativ mit der Teilnahmefrequenz und dem investierten Lernaufwand; je häufiger die Studierenden teilnahmen und je mehr sie in die Veranstaltung investierten, desto besser fiel auch ihr Urteil aus. Signifikant war dieser Zusammenhang zwischen Lerneffekt und Teilnahmefrequenz (r=-0.59, p=0.008) sowie Lerneffekt und Lernaufwand (r=-0.47, p=0.04).

Schlussfolgerungen: Der Aachener Modellstudiengang Medizin ist im Sinne eines organzentrierten Lehrens und Lernens [2] organisiert. Die studentische Zufriedenheit mit den interdisziplinären Systemblöcken, in denen diese Lehrorganisationsform umgesetzt wird, ist insgesamt gut. Die Zusammenarbeit der am jeweiligen Systemblock beteiligten Kliniken und Institute wird als größtenteils reibungslos wahrgenommen. Die Ergebnisse legen nahe, dass auf ein möglichst umfangreiches eigeninitiiertes Lernen außerhalb der Veranstaltung hingewirkt werden sollte, um den persönlichen Lerneffekt der Studierenden optimal zu fördern.


Literatur

1.
Beckers S, Bickenback J, Fries M, Hoffmann N, Classen-Linke I, Killersreiter B, Wainwright U, Kuhlen R, Rossaint R. “Meet the AIX-PERTS.” Der notfallmedizinische Start in den Modellstudiengang Humanmedizin am Unversitätsklinikum Aachen. Anaesthesist. 2004;53(6):561-569.
2.
Noth J. Der Aachener Modellstudiengang Medizin. Forschung Lehre. 2009;5:352.