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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Das Mentorenprogramm Allgemeinmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg – Ein Weg, die Studienzufriedenheit zu steigern und Studierende für den Beruf des Allgemeinmediziners zu begeistern?

Vortrag

  • author Valerie Schmidt-Speicher - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland
  • author Götz Fabry - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Abteilung für Medizinische Psychologie, Freiburg, Deutschland
  • Marianne Giesler - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland
  • author Andreas Loh - Universitätsklinikum Freiburg, Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie, Freiburg, Deutschland
  • author Wilhelm Niebling - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland
  • corresponding author Klaus Böhme - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT2V025

DOI: 10.3205/09gma025, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0250

Published: September 2, 2009

© 2009 Schmidt-Speicher et al.
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Outline

Text

Fragestellung: Studienzufriedenheit und die Studienmotivation von Studierenden im Fach Humanmedizin nehmen während der ersten Semester ab. Vorwiegend theoretische Lehrveranstaltungen mit wenig Bezug zur späteren ärztlichen Tätigkeit werden hierfür verantwortlich gemacht. Die Frage war, ob eine frühzeitige Praxisorientierung, verbunden mit einem persönlichen Mentoring solchen Entwicklungen entgegensteuern kann. Aus diesem Grund wurde das Mentorenprogramm Allgemeinmedizin konzipiert, das nicht nur zum Ziel hat Studienzufriedenheit und Studienmotivation der Studierenden zu steigern, sondern auch das Interesse der Studierenden für den Beruf des Allgemeinmediziners zu wecken.

Methoden: Im 2. und 3. vorklinischen Semester wurden den Studierenden 14-tägig zweistündige Veranstaltungen angeboten, die im Wesentlichen die Vermittlung allgemeinmedizinischer Inhalte und Basisfertigkeiten zum Inhalt haben. Vermittelt wurden u.a. Spritztechniken, Technik der Blutentnahme, Anlegen von Verweilkanülen, Ableiten eines EKGs und Grundlagen der Befundung, Durchführung einer Lungenfunktionsprüfung, zeitgleich zum Anatomiekurs Ultraschalluntersuchung des Abdomens. Begleitend erhielten die Teilnehmer zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten Fragebögen, welche quantitative und qualitative Fragen enthielten. Die qualitativen Fragestellungen wurden mit Hilfe der „Qualitativen Inhaltsanalyse“ nach Mayring ausgewertet; für die quantitativen Items wurden Mittelwerte berechnet.

Ergebnisse: Im Wesentlichen kann kein positiver Zusammenhang zwischen dem Mentorenprogramm und der Studienzufriedenheit (Mittelwerte: 78, 72, 65), jedoch eine geringe Zunahme des Berufswunsches Allgemeinmediziner (Mittelwerte 78, 82, 84) festgestellt werden. Die Antworten auf die qualitativen Fragen verdeutlichen, dass den Studierenden Lehrveranstaltungen mit praktischen Inhalten am besten gefallen. Die Teilnehmer evaluieren das Mentorenprogramm positiv. Ihre Erwartungen wurden zu großen Teilen erfüllt.

Schlussfolgerung: Insgesamt gesehen ist das Mentorenprogramm Allgemeinmedizin eine wichtige und von den Studierenden positiv bewertete Lehrveranstaltung. Alleine jedoch erweist sich sein Einfluss auf Studienzufriedenheit bzw. Studienmotivation und das Berufsziel Allgemeinmediziner als zu gering. Es sind deshalb weitere Maßnahmen erforderlich und – auf Grund der Entwicklung der hausärztlichen Medizin – eilig umzusetzen.