gms | German Medical Science

G-I-N Conference 2012

Guidelines International Network

22.08 - 25.08.2012, Berlin

Möglichkeiten zur Harmonisierung der Methodik: GRADE

Meeting Abstract

Search Medline for

  • J. Meerpohl - Deutsches Cochrane Zentrum, Institut für Med. Biometrie und Med. Informatik, Universitätsklinikum Freiburg

Guidelines International Network. G-I-N Conference 2012. Berlin, 22.-25.08.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocGLS04

DOI: 10.3205/12gin314, URN: urn:nbn:de:0183-12gin3144

Published: July 10, 2012

© 2012 Meerpohl.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Zur Beurteilung der Qualität der Evidenz werden verschiedene Systeme im Kontext von Leitlinien eingesetzt. Ausgehend von diesen Systemen wurde das GRADE-System (Grading of Recommendations, Assessment, Development and Evaluation) über die letzte Dekade von mehr als 300 Wissenschaftlern und Methodikern aus 30 Ländern entwickelt; mittlerweile wird GRADE von mehr als 60 Organisationen weltweit, u.a. der WHO, der Cochrane Collaboration und NICE, eingesetzt (http://www.gradeworkinggroup.org). GRADE findet Anwendung bei der Erstellung von systematischen Übersichtsarbeiten, Health Technology Assessment (HTA)-Berichten und Leitlinien.

GRADE verwendet 4 Kategorien für die Qualität der Evidenz (das Vertrauen in Effektschätzer) und 2 Empfehlungsstärken (schwach bzw. stark) für oder gegen eine Intervention. Die Qualität der Evidenz ist nicht nur vom Studiendesign abhängig, sondern kann aufgrund von 5 Faktoren (Risiko für Bias, Inkonsistenz, Indirektheit, Impräzision, Publikationsbias) heruntergestuft und aufgrund von 3 Faktoren (große Effekte, Dosis-Wirkungs-Beziehung, opponierende Confounder) heraufgestuft werden.

GRADE zeichnet sich durch seine Endpunkt-orientierte Betrachtungsweise sowie die explizite Trennung von Qualität der Evidenz und Empfehlungsstärke aus. Das GRADE-System bietet aufgrund seiner mittlerweile großen Verbreitung und dem klaren und transparenten Ansatz optimale Voraussetzungen für eine Harmonisierung von Leitlinienaktivitäten.