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Forum Medizin 21, 45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Zusammenarbeit mit der Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin

22.09. - 24.09.2011, Salzburg, Österreich

Qualitätszirkel zur Modifikation von Verschreibungsgewohnheiten in der primärmedizinischen Versorgung – eine qualitative Analyse

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Wolfgang Spiegel - Klinische Abteilung für Sozialpsychiatrie (RESTORE-Projekt-Team), Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, AKH Wien, Österreich; Abteilung für Allgemeinmedizin, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien, Österreich
  • Marie-Theres Mlczoch-Czerny - Wilhelminen-Spital, Wien, Österreich
  • Rolf Jens - Zentrum für Allgemeinmedizin, Ärztekammer für Wien, Österreich
  • Christopher Dowrick - School of Population, Community & Behavioural Sciences, University of Liverpool, England

45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Forum Medizin 21. Salzburg, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11fom146

DOI: 10.3205/11fom146, URN: urn:nbn:de:0183-11fom1460

Published: September 14, 2011

© 2011 Spiegel et al.
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Text

Einleitung: In Ergänzung der bekannten Methoden zur Erhöhung des Generika-Anteils bei den Medikamentenverordnungen [1] wurden im Jahr 2004 in Wien – in Modifikation der in Deutschland 1996 entwickelten "speziellen Qualitätszirkel" [2] – die "Therapiezirkel" (TZs) eingeführt. Peer-Review-Gruppen [3] und Qualitätszirkel haben sich in mehreren Europäischen Ländern als wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung in der Grundversorgung etabliert [4]. Diese qualitative Studie exploriert die Wahrnehmung der TZ-Teilnehmer in Hinblick auf diese Methode und identifiziert die in den TZ prävalenten Hauptthemen.

Methode: Die in den ersten beiden Jahren nach Einführung der TZs (2004 u. 2005) von den TZ-Leitern angefertigten Protokolle wurden von den Autoren dieser Studie systematisch analysiert. Die Diskussionsbeiträge der Teilnehmer und die Mitteilungen an die sogenannte "Steuerungsgruppe" der TZ wurden nach den identifizierten, vorherrschenden Themen geordnet und hinsichtlich Relevanz für unsere Studienfragestellungen ausgewertet.

Ergebnisse: Von den 821 in Wien mit Kassenverträgen niedergelassenen ÄrztInnen für Allgemeinmedizin (ÄFAs) haben 445 in den Jahren 2004 und 2005 mindestens einmal teilgenommen. Die mittlere Teilnahmeanzahl pro Teilnehmer lag bei 1,55/Jahr. Sieben Hauptthemen wurden identifiziert: (1.) Qualitätszirkel-Arbeit und deren Bedeutung für ÄFAs; (2.) Meinungen u. Erfahrungen von ÄFAs betreffs Generika und zu deren Verschreibung; (3.) Wahrnehmung von Problemen bezüglich des Verkaufes von Generika; (4.) Arzt-Patient-Kommunikation und Patientenschulung; (5.) Compliance und Therapie-Adhärenz; (6.) Koordination der Betreuung; (7.) Kompetenz und medizinische Weiter- und Fortbildung. Im Jahr 2003 betrug der Anteil der Generikaverschreibungen (im 4. Quartal) bezogen auf alle von in Wien niedergelassenen ÄFAs 33,91%, 2004 43,97%, 2005 46,31% und 2006 49,88%. Abbildung 1 [Abb. 1].

Schlussfolgerungen/Hypothesen: Die Qualitätszirkel zur Pharmakotherapie unterstützen neben der angestrebten Qualitätssicherung den Austausch von Erfahrungen und erleichtern die Umsetzung von Maßnahmen. Die in den TZ prävalenten Themen geben Einblicke in wichtige Aspekte des primärmedizinischen Patientenmanagements bei der Pharmakotherapie.


Literatur

1.
Andersson K, Bergström G, Petzold MG, Carlsten A. Impact of a generic substitution reform on patients' and society's expenditure for pharmaceuticals. Health Policy. 2007;81(2-3):376-84.
2.
Wensing M, Broge B, Kaufmann-Kolle P, Andres E, Szecsenyi J. Quality circles to improve prescribing patterns in primary medical care: what is their actual impact? J Eval Clin Pract. 2004 Aug;10(3):457-66.
3.
Grol R. Quality improvement by peer review in primary care: a practical guide. Qual Health Care. 1994;3(3):147-52.
4.
Beyer M, Gerlach FM, Flies U, Grol R, Król Z, Munck A, Olesen F, O'Riordan M, Seuntjens L, Szecsenyi J. The development of quality circles/peer review groups as a method of quality improvement in Europe. Results of a survey in 26 European countries. Fam Pract. 2003;20(4):443-51.