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10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 18. GAA-Jahrestagung

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e. V.
Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e. V.

20.-22.10.2011, Köln

Illegale Arzneimittelimporte nach Deutschland. Auswertung von Routinedaten aus der örtlichen Arzneimittelüberwachung Nordrhein-Westfalen

Meeting Abstract

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  • author presenting/speaker Jan Giersdorf - Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Deutschland
  • corresponding author Udo Puteanus - Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Deutschland

10. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung. 18. GAA-Jahrestagung. Köln, 20.-22.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dkvf119

DOI: 10.3205/11dkvf119, URN: urn:nbn:de:0183-11dkvf1198

Published: October 12, 2011

© 2011 Giersdorf et al.
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Hintergrund: Seit einigen Jahren hat der illegale Import von Arzneimitteln zugenommen. Durch mediale Aufbereitung erreichen illegal importierte Arzneimittel inzwischen einen großen Diskussionskreis. Spektakuläre Einzelerfolge von Zoll- und Kriminalbehörden geben einen Eindruck, welche Arzneimittel bevorzugt von Dealern umgeschlagen werden. Die örtliche Arzneimittelüberwachung in Nordrhein-Westfalen arbeitet in einigen Städten und Kreisen eng mit den Zollbehörden zusammen und begutachtet eingeführte Produkte im Auftrag dieser Behörden. Dabei werden hauptsächlich die (versuchten) Importe von Privatpersonen erfasst, die häufig nur für den eigenen Gebrauch per Internet im Ausland einkaufen oder von einer Auslandsreise dort gekaufte Arzneimittel einführen möchten.

Material und Methoden: Die stichprobenartig von Zollbehörden gezogenen Produkte werden von der örtlichen Arzneimittelüberwachung begutachtet. Die Daten der Begutachtung werden zentral im Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit Nordrhein-Westfalen (LIGA.NRW) gesammelt und ausgewertet. Für die vorliegende Auswertung lagen die Daten aus den Jahren 2005 bis 2009 zugrunde. Insgesamt wurden in diesen fünf Jahren knapp 11.000 Vorgänge ausgewertet.

Ergebnisse: Die Daten zeigen, dass die Importe hauptsächlich aus den sechs Ländern USA, Russland, Türkei, Thailand, Indien und China kommen. Lifestyle-Produkte spielen eine große Rolle, wobei Kontrazeptiva und Mittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (in der Szene auch als Potenzmittel angewendet) davon am häufigsten eingeführt werden. Einwanderer aus Russland und aus den übrigen ehemaligen Staaten der Sowjetunion führen häufig ihnen bekannte Medikamente aus ihren Heimatregionen ein. Es lassen sich auch Trends erkennen, aus welchen Ländern Arzneimittel zu gewerblichen Zwecken oder zum rein persönlichen Gebrauch importiert werden sollen.

Schlussfolgerung: Durch die kontinuierliche Erfassung und Auswertung der illegalen Arzneimittelimporte lassen sich inzwischen stabile Trends herausarbeiten, die Aussagen über das illegale Importgeschehen von Verbrauchern ermöglichen. Vor allem der Import verschreibungspflichtiger Arzneimittel birgt gesundheitliche Risiken für die Anwender. Auf der Grundlage der Daten lassen sich Gefahrenquellen herausfiltern, auf die durch Aufklärungsarbeit hingewiesen wird.