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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Kinetiken und biologische Antworten der dermalen Applikation von Stickstoffmonoxid in vivo

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Christoph Suschek - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Klinik für Unfall- und Handchirurgie, Düsseldorf, Germany
  • Christian Opländer - Klinik für Plastische Chirurgie, Aachen, Germany
  • Ariane Römer - Klinik für Plastische Chirurgie, Aachen, Germany
  • Adnana Paunel-Gürgülü - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Klinik für Unfall- und Handchirurgie, Düsseldorf, Germany
  • Thomas Fritsch - Institut für Lasermedizin, Düsseldorf, Germany
  • Ernst E. van Faassen - Leiden University Medical Centre, Department of Nephrology, Leiden, Netherlands
  • Manfred Mürtz - Institut für Lasermedizin, Düsseldorf, Germany
  • Ahmet Bozkurt - Klinik für Plastische Chirurgie, Aachen, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocGR21-444

DOI: 10.3205/12dkou507, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou5078

Published: October 2, 2012

© 2012 Suschek et al.
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Fragestellung: Lokale hämodynamische und vaskuläre Störungen, wie z.B. Thrombosen, Gefäßspasmen sowie periphere ischämische Gefäßerkrankungen stellen oft das Ergebnis einer unzureichenden Bioverfügbarkeit von Stickstoffmonoxid (NO) dar. Stickstoffmonoxid ist ein wichtiges Effektor- und Signalmolekül mit gefäßerweiternden, signaltransduktorischen sowie entzündungsregulierenden Eigenschaften. Frühere Studien weisen auf eine Relevanz der dermalen Applikation von NO in der Therapie der oben erwähnten hämodynamischen Störungen hin. Doch gibt es bis heute keine aussagekräftigen Daten über die Mechanismen und biologische Wirkung einer dermalen NO-Applikation für die in vivo Situation beim Menschen.

Methodik: Um diese Wissenslücke zu schließen, haben wir mit menschlicher Haut in vitro sowie mit freiwilligen Probanden in vivo die Mechanismen der transepidermalen NO-Translokation sowie die Kapazität der dermalen NO-Applikation im Sinne einer positiven Beeinflussung lokaler hämodynamischer Parameter untersucht.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Mit unseren Studien konnten wir erstmals zeigen, dass aufgrund der exzellenten Diffusionseigenschaften des NO eine dermale NO-Applikation zu einer schnellen transepidermalen Translokation des NO ins behandelte Gewebe führte. Abhängig von der Größe des behandelten Hauareals manifestierte sich diese NO-Translokation in einer Erhöhung der lokalen Konzentration bioaktiver NO-Derivate auch in tieferen Hautgewebebereichen. Als Resultat dieser Erhöhung beobachteten wir eine Aktivierung NO-abhängiger hämodynamischer Parameter, wie z.B. einen signifikant erhöhten Blutfluss, eine reduzierte Thrombozytenaggregation sowie eine verlängerte Blutungszeiten im behandelten Gewebe.

Unsere Befunde weisen erstmals darauf hin, dass eine dermale Applikation von Stickstoffmonoxid beim Menschen ein großes therapeutisches Potenzial in der Behandlung lokaler hämodynamischer Störungen beinhaltet. Eine dermale NO-Applikation stellt daher eine vollkommen neue, einfach zu handhabende, billige, aber vor allen Dingen sehr effektive und nebenwirkungsarme Therapieform in der Behandlung chronischer, schlechtheilender Wunden, peripherer Durchblutungsstörungen sowie als Prophylaxe lokaler Thromboseentstehung dar.