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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Revisionsendoprothetik mit dem unzementierten Wagner SL Revisionsschaft (3. Generation)

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Axel Marx - Sana Kliniken Sommerfeld, Klinik für Endoprothetik, Sommerfeld, Germany
  • Alexander Beier - Sana Kliniken Sommerfeld, Klinik für Endoprothetik, Sommerfeld, Germany
  • Laura Jung - Sana Kliniken Sommerfeld, Klinik für Endoprothetik, Kremmen, Germany
  • Christoph H. Lohmann - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Orthopädische Universitätsklinik, Magdeburg, Germany
  • Andreas M. Halder - Sana-Kliniken Sommerfeld, Hellmuth-Ulrici-Kliniken, Klinik für Endoprothetik, Kremmen, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI31-882

DOI: 10.3205/12dkou128, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou1281

Published: October 2, 2012

© 2012 Marx et al.
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Fragestellung: Schaftlockerungen sowie periprothetische Femurfrakturen stellen ein therapeutisches Problem im Rahmen von Revisionseingriffen eines künstlichen Hüftgelenks dar. Osteolysen und fortschreitende Knochenatrophie erschweren den Eingriff. Der Wechsel eines zementierten Implantats birgt das Risiko einer Perforation der Femurkortikalis. 1986 erfolgte die Erstimplantation des geraden Wagner Revisionsschaftes. Die 2. Generation wurde 1989 eingeführt. Seit 2001 steht die 3. Generation mit erweitertem Offset sowie reduziertem CCD-Winkel zur Verfügung. Diese Studie stellt die bisher größte konsekutive Serie nach Hüftendoprothesenrevision mit dem Wagner SL Schaft (3. Generation) dar.

Methodik: In den Jahren 2002/2003 wurden 123 Patienten mit einem Wagner SL Revisionsschaft der 3. Generation (Zimmer AG, Winterthur, Schweiz) über einen lateralen Zugang versorgt. 37 Männer und 86 Frauen konnten erfasst werden. Das Alter lag im Durchschnitt zum Zeitpunkt der Operation bei 68 Jahren (range: 40–88 Jahre). Der BMI lag bei durchschnittlich 28 (range: 18–41).

Zunächst erfolgte die Entfernung der gelockerten Hüftprothese. Bei Vorliegen einer periprothetischen Fraktur erfolgte in Abhängigkeit der knöchernen Situation die Anlage einer variierender Anzahl von singulären Drahtcerclagen. Die intramedulläre Schienung erfolgte durch die Implantation eines Wagner SL Revision Schaftes.

25 Patienten waren bis zum Zeitpunkt des Follow up verstorben. 6 Patienten mussten im Zeitraum Operation zu Follow up revidiert worden. 91 Patienten konnten untersucht werden. Für 88 Patienten lagen standardisierte prä- wie postoperative Röntgenbilder zum Vergleich vor.

Die Patienten wurden standardisiert mittels des modifizierten Harris-Hip-Scores (HHS) prä- wie auch postoperativ untersucht.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Der HHS stieg von präoperativ durchschnittlich 40 (0–95) auf 69 (9–99). Die durchschnittliche Schmerzangabe zum Zeitpunkt des Follow up lag bei 2,9 (range: 0–9, VAS). Die Patientenzufriedenheit mit dem OP-Ergebnis lag bei durchschnittlich 1,8 (range: 1–4, mögliche Bewertung 1–4). Vier Fälle von aseptischer Schaftlockerung wurden registriert. Alle Fälle konnte erneut auf einen Wagner SL Revisionsschaft gewechselt werden. 2 postoperative Gelenkinfektionen führten zu einer Revision.

In 38 Fällen lag eine periprothetische Femurfraktur vor. In allen Fällen wurde eine Frakturkonsolidierung erreicht.

Revisionsendoprothetik stellt eine große chirurgische Herausforderung dar. Ziel des Wechsels stellt das Erreichen einer langfristig stabilen Fixierung der Implantate dar. Die Verwendung eines zementfreien Wagner SL Revisionsschafts der 3. Generation zeigt ein sichere Versorgung auch bei komplexen knöchernen Defekten. Aufgetretene perioperative Frakturen des Femurs konsolidierten in allen Fällen.