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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Fahrradunfälle in der Großstadt, eine zunehmende Gefahr – Eine Analyse von 236 stationär behandelten Patienten

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Tobias Topp - Charité - Campus Benjamin Franklin, Klinik für Orthopädische, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Berlin, Germany
  • Stephan Arens - Charité - Campus Benjamin Franklin, Klinik für Orthopädische, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Berlin, Germany
  • Wolfgang Ertel - Charité - Campus Benjamin Franklin, Klinik für Orthopädische, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Berlin, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI28-1229

DOI: 10.3205/12dkou112, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou1129

Published: October 2, 2012

© 2012 Topp et al.
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Fragestellung: Die Zahl schwerer Fahrradunfälle nimmt in den letzten Jahren stetig zu. Die Einführung einer flächendeckenden Helmpflicht und zusätzlicher Verkehrswege für Fahrradfahrer ist immer wieder Gegenstand aktueller politischer Diskussionen. Es war das Ziel dieser Studie, die Epidemiologie, das Verletzungsmuster, die Unfallmechanismen und das Outcome von verunfallten Radfahrern in einer deutschen Großstadt zu untersuchen.

Methodik: In die Studie wurden alle Patienten eingeschlossen, die in unserer Klinik nach einem Fahrradunfall in den Jahren 2010 und 2011 stationär behandelt wurden. Die Datenerhebung erfolgte retrospektiv an Hand der Krankenakten und der Notarztprotokolle.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: 236 Patienten (148 männlich, 88 weiblich) wurden in unserer Klinik in den Jahren 2010 und 2011 stationär nach einem Fahrradsturz behandelt. Das Durchschnittsalter lag bei 45,9 Jahren (±21,2 Jahre, von 2 bis 85 Jahre). In 42,7% der Unfälle (n=101) lag eine Fremdeinwirkung durch andere Verkehrsteilnehmer vor. In der überwiegenden Anzahl der Unfälle mit Fremdeinwirkung kam es dabei zu Kollisionen mit PKW (n=76, 75,2%), gefolgt von Kollisionen mit anderen Radfahrern (n=8, 7,9%). Die häufigste Verletzung aller Patienten war mit 46,6% (n=110) das Schädelhirntrauma, gefolgt von Verletzungen der oberen Extremitäten (n=86, 36,4%), der unteren Extremitäten (n=51, 21,6%) und des Mittelgesichts (n=44, 18,6%). Nur 12,3% (n=29) der Verunfallten trugen dabei einen Helm. 41,5% der Patienten (n=98) bedurften aufgrund der Verletzungsschwere einer Aufnahme über den Schockraum mit entsprechender interdisziplinärer Versorgung gemäß des ATLS-Algorithmus. Die Hälfte der Patienten (n=114, 48,3%) musste operativ versorgt werden. Die durchschnittliche Krankenhausaufenthaltsdauer operativ versorgter Patienten lag bei 8 Tagen (±7,9, von 2 bis 69 Tagen), die der konservativ versorgten Patienten bei 3,4 Tagen (±1,7, von 1 bis 11 Tagen). 88,1% (n=208) konnten nach Abschluss der Behandlung nach Hause entlassen werden. Die meisten Unfälle ereigneten sich in den Monaten Mai und Juni (n=74, 31,4%) und in der Tageszeit zwischen 12:00 - 18:00 Uhr (n=97, 41,1%). Im Jahr 2011 stieg die Zahl der Unfälle (n=131) im Vergleich zu 2010 (n=105) um 24,7%.

Wir konnten anhand unserer Untersuchung eine steigende Zahl von Fahrradunfällen darstellen, wobei die überwiegende Verletzung das Schädelhirntrauma ist. Ein Helm wird nur von einer deutlichen Minderheit der Fahrradfahrer getragen. Bei der steigenden Gefahr schwerer Unfälle im innerstädtischen Verkehr ist somit die Einführung einer Helmpflicht und weiterer verkehrstechnischer Maßnahmen für Fahrradfahrer aus unserer Sicht zwingend notwendig.