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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Vergleichende Analyse der inter- und intraligamentären Verteilung von sensorischen Nervenendigungen in Sprunggelenksbändern, eine Kadaverstudie

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Susanne Rein - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Dresden, Germany
  • Uwe Hanisch - Institut für Pathologie, Krankenhaus "Carl Thiem", Cottbus, Germany
  • Hans Zwipp - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Dresden, Germany
  • Sophie Lwowski - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Dresden, Germany
  • Armin Fieguth - Institut für Rechtsmedizin, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Germany
  • Elisabet Hagert - Hand & Foot Reconstructive Surgery Center, Stockholm, Sweden

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI18-203

DOI: 10.3205/12dkou057, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou0579

Published: October 2, 2012

© 2012 Rein et al.
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Fragestellung: Ziel dieser Studie war es die inter- und intraligamentäre sowie die seitenvergleichende Innervation von Sprunggelenksbändern mit immunhistochemischen Markern zu untersuchen.

Methodik: 140 Bänder von 10 Kadaverfüßen wurden reseziert. Das Ligamentum (Lig.) fibulocalcaneare, das Lig. fibulotalare anterius und posterius (PTFL) vom lateralen Komplex, das Retinaculum musculi extensoris inferioris (IER), das Lig. talocalcaneum obliquum und das Lig. canalis tarsi (CTL) des Sinus tarsi-Komplexes, das Lig. deltoideum des medialen Komplexes sowie das Lig. tibiofibulare anterius des Syndesmosenkomplexes wurden analysiert. Die Mechanorezeptoren wurden in 5 Schnittebenen eines jeden Bandes entsprechend der Klassifikation von Freeman und Wyke in der Immunhistochemie des S100 Proteins, des neurotrophinen Rezeptors p75 und des Protein Gen Produkt 9,5 bestimmt. Blutgefäße wurden mit dem immunhistochemischen Marker smooth muscle actin gezählt. Es wurde die Verteilung der Mechanorezeptoren zwischen den Bändern eines anatomischen Komplexes, im Seitenvergleich und zwischen den jeweiligen Schnittebenen jedes Bandes analysiert.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Es bestanden signifikant mehr freie Nervenendigungen in allen untersuchten Bändern im Vergleich zu Ruffini-Endigungen, Pacini-Korpuskeln, Golgi-ähnlichen Endigungen und nichtklassifizierbaren Korpuskeln (jeweils p<0,005). Die Pars lateralis des IER besaß signifikant mehr freie Nervenendigungen als das CTL (p<0,0001). Außerdem wiesen die Pars lateralis (p=0.001) und intermedia (p=0.005) des IER signifikant mehr Blutgefäße als das CTL auf. Für die Verteilung im Seitenvergleich fanden sich lediglich signifikant mehr Ruffini-Endigungen in den rechten Füßen des Lig. tibiocalcaneare im Vergleich zu den linken Füßen (p=0,016) sowie mehr nichtklassifizierbare Korpuskeln der linken Füße des Lig. tibionaviculare im Vergleich zu den rechten Füßen. Keine signifikanten Unterschiede fanden sich für die intraligamentäre Innervation in allen Bändern, außer für die freien Nervenendigungen des PTFL zwischen der oberflächlichen Schnittebene 1 und der tiefer gelegenen Schnittebene 4 (p<0,005). Die Verteilung der sensorischen Nervenendigungen zwischen den Ligamenten innerhalb des lateralen und Komplexes ist gleich. Das IER enthält mehr freie Nervenendigungen und Blutgefäße als das tiefer im Sinus tarsi gelegene CTL. Es zeigt sich ein stabiles intraligamentäres und seitenvergleichendes Innervationsmuster nahezu aller Bänder.